Alexander Zverevs günstigeres US-Open-Tableau trifft auf extreme Belastung

by Faruk Imamovic
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Alexander Zverevs günstigeres US-Open-Tableau trifft auf extreme Belastung
© MirrorUSSports/X/Fair Use

Alexander Zverev steht nach zwei Runden der US Open dort, wo ihn die Setzliste erwartet. Der Weg in die dritte Runde war jedoch alles andere als planmäßig. Nach zwei Fünfsatzmatches hat der topgesetzte Deutsche bereits neun Stunden und 26 Minuten auf dem Platz verbracht. Damit ist er der erste topgesetzte Spieler der Open Era, der bei einem Grand-Slam-Turnier gleich in den ersten beiden Runden über fünf Sätze gehen musste.

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Der Sieg verdeckt die spielerischen Probleme

Auf den 4:53 Stunden langen Auftakterfolg gegen Lorenzo Sonego folgte ein 6:4, 4:6, 7:6 (3), 6:7 (3), 6:3 gegen Quentin Halys. Die Partie dauerte 4:33 Stunden und endete um 2:15 Uhr in New York.

Zverev bewertete seinen Auftritt ungewöhnlich hart: „Die Leistung war ziemlich beschissen, um ehrlich zu sein, aber ich habe gewonnen, und das ist das Wichtigste.“ Er verwies zugleich auf sein Konditionstraining und darauf, auch dann zu bestehen, wenn die Gewinnschläge nicht selbstverständlich kommen.

Diese Haltung erklärt, warum der Erfolg wertvoll ist. Zverev hat zwei schlechte oder zumindest unvollständige Tage überstanden, ohne auszuscheiden. Gleichzeitig kann er die Belastung nicht als bloße Randnotiz behandeln. Zwei Marathons erhöhen vor Runde drei die Bedeutung jeder Erholungsstunde.

Ein günstigeres Tableau löst nicht jedes Problem

Als Nächstes wartet der an Position 25 gesetzte Alejandro Tabilo. Dahinter hat sich Zverevs Hälfte geöffnet. Lorenzo Musetti verlor gegen Wildcard-Spieler Dane Sweeny. Auch Félix Auger-Aliassime, Alex de Minaur und Rafael Jodar sind ausgeschieden. Vor dem Viertelfinale würde Zverev damit auf keinen weiteren Top-20-Spieler treffen.

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Mögliche Viertelfinalgegner sind Learner Tien oder Jakub Mensik, im Halbfinale könnten Flavio Cobolli oder Taylor Fritz folgen. Auf dem Papier ist das eine gute Nachricht. Praktisch hilft ein günstigerer Name nur, wenn Zverev seine Matches kürzer und kontrollierter gestaltet.

Der Vergleich mit Carlos Alcaraz zeigt die Dimension. Alcaraz benötigte auf dem Weg ins Halbfinale des Vorjahres für fünf Partien 9:33 Stunden. Zverev liegt nach zwei Begegnungen nur sieben Minuten darunter.

Seine Position ist deshalb widersprüchlich: Das Tableau bietet eine große Chance, sein bisheriger Aufwand gefährdet aber genau die Energie, die er später benötigen würde. Zverev sagte, er hoffe, bald besser zu spielen. Runde drei wird zeigen, ob der Kampfmodus in effizienteres Tennis übergeht oder ob der offene Weg erneut zur körperlichen Prüfung wird.

Der bisherige Verlauf verschiebt damit den Maßstab für die nächste Runde. Ein weiterer Sieg allein wäre positiv, doch Zverev benötigt nun auch Kontrolle über die Spielzeit. Jede vermiedene Zusatzstunde verbessert seine Chancen im späteren Turnierverlauf.

Alexander Zverev
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