Alexander Zverev spielt im US-Open-Finale um seinen zweiten Grand-Slam-Titel des Jahres. Hinter dem sportlichen Aufstieg steht eine ungewöhnlich geschlossene Familienstruktur: Beide Eltern waren Profis, beide Söhne erreichten die Weltspitze, und Vater Alexander Zverev senior entwickelte zwei deutlich verschiedene Spieler.
Zverev wurde am 20. April 1997 in Hamburg geboren. Sein zehn Jahre älterer Bruder Mischa kam noch in Moskau zur Welt. Alexander erreichte Platz zwei der Weltrangliste und gewann 25 Titel, Mischa kam bis auf Rang 25 und holte einen Titel.
Die Eltern brachten eigene Tourerfahrung mit
Alexander Zverev senior und Irina Zvereva spielten für die Sowjetunion. Der Vater erreichte in den 1980er-Jahren Rang 175, bestritt 36 Davis-Cup-Partien und gewann davon 18. Bei den Australian Open und French Open blieb er ohne Matchsieg.
Irina erreichte 1993 Platz 380, gewann im selben Jahr ein ITF-Turnier in Bergisch Gladbach und stand in drei weiteren Endspielen. Zu ihren Finalgegnerinnen gehörte Julia Apostoli, die Mutter von Stefanos Tsitsipas.
Die Familie zog 1990 nach Deutschland. Irina übernahm zunächst das Training der Söhne, später führte Alexander senior die Arbeit weiter. Damit entstand kein einheitliches System, das beiden Spielern denselben Stil auferlegte.
Zwei Brüder verlangten zwei Lösungen
Alexander lobte 2018 genau diese Anpassungsfähigkeit: „Die Leistung meines Vaters als Trainer ist so beeindruckend, weil er zwei völlig unterschiedliche Spielstile von zwei Brüdern von Grund auf zu Top-30-Spielern entwickelt hat.“ Für ihn mache das seinen Vater zu einem der besten Trainer der Welt.
Der jüngere Zverev arbeitete zeitweise auch mit Juan Carlos Ferrero und David Ferrer. Diese Kooperationen brachten nicht die gewünschte dauerhafte Lösung, sodass er 2022 zu seinem Vater zurückkehrte.
Die Saison 2026 gibt diesem Schritt besonderes Gewicht. Zverev gewann bei den French Open gegen Flavio Cobolli seinen ersten Major, erreichte danach das Wimbledon-Finale gegen Jannik Sinner und steht nun erneut im Endspiel. Zuvor hatte er Majorfinals bei den US Open 2020, den French Open 2024 und den Australian Open 2025 verloren.
Die Familiengeschichte erklärt nicht jeden Erfolg, zeigt jedoch eine bemerkenswerte Kontinuität. Vater und Mutter kennen den Profisport, der Bruder kennt seine Anforderungen, und der Haupttrainer hat bewiesen, dass er nicht nur einen einzigen Spielertyp formen kann. Im Finale wird dieses langfristige Modell erneut unter größtem Druck geprüft.
