Khachanov kritisiert Zverevs lange Routine vor dem Aufschlag

by Faruk Imamovic
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Khachanov kritisiert Zverevs lange Routine vor dem Aufschlag
© Roobet/X/Fair Use

Alexander Zverevs Aufschlag war im US-Open-Halbfinale gegen Karen Khachanov beinahe unangreifbar. Trotzdem sprach der Russe danach nicht zuerst über Geschwindigkeit oder Platzierung, sondern über die ungewöhnlich vielen Ballkontakte vor jedem Service.

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Zverev gewann 6:3, 7:6 (9:7), 7:6 (8:6) und erreichte sein drittes Grand-Slam-Finale in Folge. Er wurde nur einmal gebreakt. Seine Routine umfasst im Durchschnitt mehr als 15 Ballpreller, und schon vor dem Viertelfinale hatte ESPN bei diesem Turnier mehr als 12.000 gezählt.

Der Returner muss mehrfach neu starten

Khachanov erklärte, die Dauer störe nicht nur ihn, sondern viele Spieler. „Man steht bereit, und dann kommen noch einmal zwölf Ballpreller“, sagte er. Der Returner müsse dadurch erneut einen Split Step ansetzen und versuche bei jedem Ballkontakt, wieder den richtigen Moment für die Vorbereitung zu finden.

Die Kritik betrifft damit nicht bloß Geduld. Ein Return beginnt mit einer exakt abgestimmten Reaktion auf den Aufschlag. Wenn der Gegner lange wartet, muss der Rückschläger seine Körperspannung mehrfach aufbauen, ohne zu wissen, wann die eigentliche Bewegung startet.

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Khachanov zog dennoch eine klare Grenze. Solange Zverev innerhalb der Zeitregel bleibt, könne er nichts dagegen sagen. Überschreitet der Deutsche die erlaubte Dauer, greifen Verwarnungen. Die Verantwortung liegt damit beim Zeitlimit und dessen Anwendung.

Zverev beschreibt Anspannung statt Taktik

Zverev wies die Vermutung zurück, er setze die Routine bewusst zur Ablenkung ein. Er wisse selbst nicht, warum die Zahl gestiegen sei. In angespannten Situationen oder bei der Entscheidung, wohin er einen ersten Aufschlag mit 135 Meilen pro Stunde platzieren wolle, prelle er den Ball häufiger.

„Ich sitze nicht da und zähle sie“, erklärte Zverev. Solange die Uhr nicht signalisiere, dass die Zeit abgelaufen sei, sehe er kein Problem.

Im Finale gegen Ben Shelton wird die Routine erneut auffallen, weil beide Spieler stark vom Aufschlag leben. Shelton muss beim Return ruhig bleiben, während Zverev versucht, die Kontrolle über Tempo und Platzierung zu behalten.

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Die Debatte zeigt einen Grenzbereich zwischen persönlichem Rhythmus und Belastung des Gegners. Khachanov erkennt die Regelkonformität an, beschreibt jedoch einen realen Effekt. Zverev muss deshalb nicht nur gut servieren, sondern darauf achten, dass seine Vorbereitung innerhalb der sichtbaren Zeitgrenze bleibt.

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