Becker fordert mehr Respekt für Alexander Zverevs zweiten Major-Titel

by Faruk Imamovic
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Becker fordert mehr Respekt für Alexander Zverevs zweiten Major-Titel
© Bundesliga_DE/X/Fair Use

Boris Becker hat die Diskussion über Alexander Zverevs vermeintlich leichten Weg zum US-Open-Titel scharf zurückgewiesen. Der sechsmalige Grand-Slam-Sieger hält es für unfair, dem Deutschen die Qualität seines zweiten Major-Erfolgs wegen fehlender oder angeschlagener Konkurrenten abzusprechen.

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„Er kann immer nur den Gegner schlagen, gegen den er auf dem Platz antreten muss“, sagte Becker in seinem Podcast mit Andrea Petkovic. Die Kritik sei „eine bodenlose Frechheit und eine unglaubliche Respektlosigkeit gegenüber seiner Leistung“.

Nur ein Top-10-Gegner bis zum Titel

Jannik Sinner fehlte in New York wegen Knieproblemen. Carlos Alcaraz kehrte nach langer Verletzungspause zurück, verlor jedoch im Viertelfinale gegen Ben Shelton. Der Amerikaner war der einzige Top-10-Spieler, den Zverev auf dem Weg zum Titel bezwang.

Im Finale setzte sich Zverev mit 6:3, 7:6 (7:2), 5:7, 6:2 gegen Shelton durch. Wenige Monate zuvor hatte er bereits die French Open gewonnen. Becker verwies besonders auf die Konstanz des Deutschen: „Der steht zum dritten Mal in Folge im Finale eines Grand Slams. Jetzt muss man ihm im Herbst seiner Karriere den Respekt zollen, den er verdient.“

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Ein Turniersieger kontrolliert weder die Auslosung noch die Fitness anderer Spieler. Entscheidend bleibt, ob er die sich bietende Gelegenheit nutzt. Zverev tat das über sieben Runden und hielt im Finale auch nach dem verlorenen dritten Satz seinen Kurs.

Chance im Kampf um die Nummer eins

In der Weltrangliste liegt Zverev noch 1810 Punkte hinter Sinner. Becker sieht deshalb „eine Riesenchance auf dem Weg nach Turin“. Die ATP Finals finden vom 15. bis 22. November statt und können den Abstand an der Spitze weiter verändern.

Zverevs zwei Major-Titel im Jahr 2026 machen die Ranglistenfrage berechtigt. Sinners Vorsprung bleibt beträchtlich, doch Form, Gesundheit und die verbleibenden Turniere schaffen eine echte Möglichkeit, weiteren Druck aufzubauen.

Becker fordert Änderung beim zweiten Aufschlag

Einen Kritikpunkt hat der 58-Jährige dennoch. Zverev tippt den Ball vor dem zweiten Aufschlag häufig sehr lange. „Dieses ewige Balltippen beim zweiten Aufschlag, bitte. Ich wurde hektisch beim Kommentieren“, sagte Becker.

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Vor dem ersten Service gilt eine Zeitgrenze von 25 Sekunden, beim zweiten gibt es keine vergleichbare Einschränkung. Becker fordert deshalb eine Regeländerung. Sein Einwand trennt sportliche Würdigung von konkreter Kritik: Zverevs Titel verdient Respekt, sein Aufschlagritual darf trotzdem hinterfragt werden.

Diese Differenzierung fehlt vielen Debatten über Turnierwege. Ein Champion kann von Umständen profitieren und dennoch überzeugend gewinnen. Zverev hat die günstige Konstellation nicht geschaffen, sondern genutzt. Genau das ist bei einem Grand Slam keine Nebensache, sondern die zentrale Aufgabe.

Alexander Zverev
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