Griekspoor kritisiert Niveau von Zverevs US-Open-Finale

by Faruk Imamovic
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Griekspoor kritisiert Niveau von Zverevs US-Open-Finale
© josemorgado/X/Fair Use

Alexander Zverev hat mit seinem Triumph bei den US Open den zweiten Grand-Slam-Titel innerhalb von drei Monaten gewonnen. Dennoch löste ausgerechnet das Endspiel gegen Ben Shelton eine kritische Bewertung aus. Tallon Griekspoor, derzeit die Nummer 55 der Welt, bezeichnete die Qualität der Partie als überschaubar und lenkte damit den Blick auf den Unterschied zwischen Ergebnis und Leistung.

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Zverev setzte sich mit 6:3, 7:6 (2), 5:7 und 6:2 durch. Griekspoor, der in New York bereits in der ersten Runde an Shelton gescheitert war, sagte: „Ich fand das Match ziemlich mittelmäßig. Shelton war sehr unbeständig und schenkte in jedem Spiel zwei oder drei Punkte her. Man konnte sehen, was ein erstes Grand-Slam-Finale mit einem Spieler machen kann. Zverev war nicht außergewöhnlich, aber er servierte wirklich gut. Der Tiebreak im zweiten Satz war entscheidend.“

Der Aufschlag als stabiles Fundament

Die Kritik schmälert nicht die Bedeutung des Titels. Zverev nutzte seine verlässlichste Waffe, hielt Shelton in den entscheidenden Phasen auf Distanz und gewann den wichtigsten Tiebreak der Partie klar. Gerade in einem Finale, in dem beide Spieler mit Erwartungsdruck umgehen müssen, kann diese Stabilität wichtiger sein als spektakuläre Ballwechsel.

Griekspoors Einordnung trifft trotzdem einen wunden Punkt. Shelton erreichte erstmals ein Grand-Slam-Endspiel und produzierte zu viele freie Fehler. Dadurch musste Zverev nicht dauerhaft an seine spielerische Grenze gehen. Der Deutsche kontrollierte große Teile des Matches, ohne jene außergewöhnliche Form zeigen zu müssen, die gegen einen konstanten Gegner vermutlich erforderlich gewesen wäre.

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Ein Titel bleibt mehr als eine Stilnote

Die entscheidende Bewertung lautet deshalb nicht, ob das Finale ästhetisch überzeugte. Zverev musste den Gegner vor sich schlagen, nachdem er bereits bei den French Open triumphiert hatte. Zwei Major-Titel in einer Saison belegen, dass er Chancen inzwischen konsequenter nutzt als in früheren Jahren.

Gleichzeitig bleibt die Kritik für die kommenden Duelle relevant. Gegen die stärksten und stabilsten Gegner wird ein guter Aufschlag allein nicht immer reichen. Zverev muss dann früher Druck im Return aufbauen und vermeiden, sich auf Fehler des Gegenübers zu verlassen.

Das US-Open-Finale war damit wahrscheinlich kein Referenzmatch für höchstes spielerisches Niveau. Für Zverev war es dennoch ein Beleg für Reife: Er erkannte, welche Mittel an diesem Tag genügten, und setzte sie über vier Sätze durch. Der Titel ist eindeutig, auch wenn die Debatte über die Qualität des Weges dorthin weitergeht.

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