Alexander Zverev führt Deutschland am Samstag als erster Spieler auf den Platz, wenn das Davis-Cup-Team in Halle gegen Kroatien um den Einzug in die Finalrunde spielt. Der US-Open-Sieger trifft ab 14 Uhr auf Matej Dodig. Im zweiten Einzel des Tages begegnen sich Daniel Altmaier und Dino Prizmic.
Die Auslosung gibt Deutschland die Möglichkeit, sofort die Favoritenrolle zu bestätigen. Zverev geht als klar stärker eingestufter Spieler in das Auftaktmatch, doch ein Davis-Cup-Duell folgt eigenen Regeln: Das Publikum, die kurze Vorbereitung und die Verantwortung für das Team können einen vermeintlich deutlichen Unterschied in der Weltrangliste verkleinern.
Der erste Punkt soll Druck von Altmaier nehmen
Ein Sieg Zverevs würde Altmaier erlauben, gegen Prizmic mit einer Führung im Rücken zu spielen. Verliert die deutsche Nummer eins überraschend, müsste Altmaier dagegen bereits am ersten Tag einen Rückstand verhindern. Die Reihenfolge macht das Auftakteinzel deshalb strategisch wichtiger, als es die individuelle Favoritenlage vermuten lässt.
Am Sonntag beginnt die Begegnung um 12 Uhr mit dem Doppel. Kevin Krawietz und Tim Pütz sind gegen Ivan Dodig und Mate Pavic vorgesehen. Anschließend folgen die umgekehrten Einzel: zunächst Zverev gegen Prizmic, danach Altmaier gegen Matej Dodig. Gewonnen hat die Mannschaft, die zuerst drei Punkte erreicht.
Deutschland verfügt mit Krawietz und Pütz über ein eingespieltes Doppel, Kroatien kann mit Ivan Dodig und Pavic jedoch ebenfalls außergewöhnliche Erfahrung aufbieten. Sollte es nach dem Samstag 1:1 stehen, könnte dieses Duell die gesamte Begegnung kippen. Umso wertvoller wäre ein sauberer Auftakt durch Zverev.
Bologna ist das Ziel einer wieder erstarkten Mannschaft
Die acht Sieger der Qualifikationsduelle erreichen die Finalrunde, die vom 24. bis 29. November in Bologna stattfindet. Italien ist dort als Gastgeber und Titelverteidiger gesetzt. Für Deutschland wäre die Teilnahme eine weitere Bestätigung des jüngsten Aufschwungs im Mannschaftswettbewerb.
Zverev stand 2025 beim Halbfinale gegen Spanien im deutschen Team, fehlte aber in der ersten Runde gegen Peru. Nun kehrt er direkt nach seinem ersten US-Open-Titel zurück. Seine körperliche und mentale Umstellung vom Grand-Slam-Triumph auf ein kompaktes Länderspielwochenende wird zu den wichtigsten Faktoren zählen.
Der deutsche Tennisbund gewann den Davis Cup dreimal, zuletzt vor 33 Jahren. Diese Historie erzeugt keine unmittelbare Erwartung auf den Titel, sie erklärt aber die Bedeutung eines Heimduells mit der aktuellen Nummer eins. Zverev kann am Samstag den Ton setzen. Erst danach wird sich zeigen, ob Deutschlands Tiefe ausreicht, um den Weg nach Bologna tatsächlich zu öffnen.
