Yannick Noah würdigt Alexander Zverevs langen Weg zum Major-Champion

by Faruk Imamovic
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Yannick Noah würdigt Alexander Zverevs langen Weg zum Major-Champion
© saschashoulders/X/Fair Use

Alexander Zverevs erfolgreichstes Grand-Slam-Jahr lässt sich leicht auf zwei Trophäen reduzieren. Yannick Noah interessiert jedoch vor allem der Weg dorthin. Der Franzose, der Zverev beim Laver Cup erneut betreuen wird, sieht in dessen Saison 2026 den Beleg dafür, dass Beharrlichkeit auch nach wiederholten Finalniederlagen und dem Aufstieg neuer Rivalen sportlich wirksam bleiben kann.

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Zverev gewann im Juni bei Roland Garros seinen ersten Major-Titel und folgte im September mit dem Triumph bei den US Open. Zuvor hatte er drei Grand-Slam-Endspiele in Folge verloren: 2020 in New York gegen Dominic Thiem, 2025 in Paris gegen Carlos Alcaraz und im selben Jahr bei den Australian Open gegen Jannik Sinner.

Zwei Generationen blockierten den Weg

Noah beschreibt eine ungewöhnlich lange Konkurrenzlage. Zunächst stand Zverev die Ära von Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic im Weg. Als sich eine Öffnung abzeichnete, übernahmen Sinner und Alcaraz zentrale Rollen. Die neue Hürde habe bei Zverev große mentale Frustration ausgelöst.

„Es ist außergewöhnlich. Es ist sehr inspirierend für uns, vor allem jedoch für Tennisfans, zu sehen, wie dieser Spieler überzeugt blieb, dass seine Zeit kommen würde“, sagte Noah. Für ihn liegt die entscheidende Veränderung nicht in einem einzelnen Schlag, sondern darin, dass Zverev „selbst in den schwierigsten oder angespanntesten Momenten“ nie aufgegeben habe.

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Der Deutsche musste auch 2026 eine Niederlage auf der größten Bühne verarbeiten. Im Wimbledon-Finale unterlag er Sinner. Seine Bilanz in Major-Endspielen steht nun bei zwei Siegen und vier Niederlagen. Der US-Open-Titel zeigt deshalb, dass die erneute Finalenttäuschung seinen Lauf nicht beendete.

Der nächste Maßstab ist die Nummer eins

Nach den Titeln verschiebt sich Zverevs Ziel. Vor den letzten Turnieren der Saison fehlen ihm 1370 Punkte auf Sinner. Da der Italiener Berichten zufolge Peking und Shanghai auslassen könnte, kann der Abstand vor Paris und den ATP Finals weiter sinken.

Die Situation belohnt dieselbe Eigenschaft, die Noah hervorhebt. Zverev muss nicht mehr beweisen, dass er ein Grand-Slam-Finale gewinnen kann; diese offene Frage hat er zweimal beantwortet. Nun geht es darum, die Saison bis zum Ende konsequent zu nutzen. Jede Gelegenheit zählt, doch der Ranglistenangriff darf nicht den Wert des bereits Erreichten verzerren.

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Noahs Urteil gibt dem Jahr deshalb einen größeren Rahmen. Zverevs Durchbruch entstand nicht, weil alle Hindernisse verschwanden. Er entstand, weil er nach jeder blockierten Chance bereit blieb, die nächste tatsächlich zu ergreifen.

Alexander Zverev
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