Alexander Zverev kennt den Laver Cup seit dessen erster Ausgabe, doch in London nimmt er erstmals als Grand-Slam-Sieger teil. Der 29-Jährige gewann 2026 die French Open und die US Open und steht als Nummer zwei der Welt nicht mehr nur neben den größten Namen im europäischen Team. Er gehört nun selbst zu den Spielern, an denen sich die Erwartungen ausrichten.
Carlos Alcaraz fasste Zverevs aktuelle Stellung vor dem Mannschaftswettbewerb deutlich zusammen: „Er ist wahrscheinlich gerade der beste Spieler der Welt.“ Der Spanier verwies damit auf die beiden Major-Titel und die Form seines Teamkollegen, nicht allein auf dessen Weltranglistenplatz.
Aus dem Lernenden ist ein Führungsspieler geworden
Alexander war bereits 2017 dabei, als er an der Seite von Roger Federer und Rafael Nadal Erfahrungen sammelte. Seitdem gehörte er jeder europäischen Mannschaft an, die den Laver Cup gewann. Nur 2022 und 2023 fehlte er bei dem seit 2017 ausgetragenen Wettbewerb.
„Ich war ein Teil von allen europäischen Mannschaften, die den Laver Cup geholt haben“, sagte Alexander. Seine Bilanz verbindet Kontinuität mit dem neuen Status eines zweifachen Major-Champions. Wo er früher vom Umfeld der Ikonen profitieren konnte, soll er nun selbst Stabilität und Punkte liefern.
Die emotionale Bindung ist geblieben. „Ich liebe den Laver Cup“, erklärte Alexander. In London erhält dieser Satz jedoch ein anderes Gewicht, weil sein Beitrag nicht mehr als Ergänzung eines Starensembles gesehen wird. Er bildet gemeinsam mit Alcaraz den sportlichen Kern von Team Europe.
Der Herbst bietet auch eine Ranglistenchance
Boris Becker sieht Zverevs Position über das Wochenende hinaus. „Er hat jetzt eine Riesenchance“, sagte der frühere Wimbledon-Sieger. In der Weltrangliste liegt Zverev 1.810 Punkte hinter Jannik Sinner, der in den letzten beiden Monaten der Saison mehr Zähler zu verteidigen hat.
Der Abstand bleibt beträchtlich, doch die Ausgangslage macht Turniere wie Shanghai, Paris und die ATP Finals besonders wertvoll. In Shanghai verloren Zverev und Sinner im Vorjahr jeweils in der dritten Runde, sodass dort beide vergleichbare Chancen auf zusätzlichen Ertrag besitzen. Alexander hat Deutschland außerdem für die Finalrunde des Davis Cups qualifiziert und kann seinen Einfluss damit auch im nächsten Mannschaftswettbewerb zeigen.
Der Laver Cup ist deshalb mehr als eine Feier seiner erfolgreichen Saison. Er ist der erste sichtbare Test seines veränderten Platzes in der Hierarchie: Zverev kommt nicht mehr als Anwärter, der von Legenden lernt, sondern als Champion, von dem Europa Führung erwartet.
