Alexander Zverevs Balltippen wird vom Tick zur taktischen Debatte

by Faruk Imamovic
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Alexander Zverevs Balltippen wird vom Tick zur taktischen Debatte
© lowkeynali/X/Fair Use

Alexander Zverev hat bei den US Open nicht nur mit seinen Schlägen für Aufmerksamkeit gesorgt. Eine ungewöhnlich lange Routine vor dem Aufschlag wurde zum Gesprächsthema, nachdem die frühere Spielerin und Trainerin Rennae Stubbs die Zahl seiner Ballkontakte öffentlich kritisiert hatte.

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Bis zum Ende seiner ersten fünf Partien soll Zverev den Ball rund 12.000-mal aufgetippt haben. Nach seinem Finalsieg gegen Ben Shelton lag die Hochrechnung nahe an 13.000 Kontakten. Die Menge allein erklärt die Diskussion jedoch nur teilweise. Entscheidend ist, dass die Länge der Routine stark schwankte und dadurch auch den Rhythmus des Gegners beeinflussen konnte.

Stubbs präzisiert ihre Kritik

Stubbs sagte zunächst in ihrem Podcast: „Ich habe noch nie gesehen, dass ein Spieler zwölfmal auftippt, beim nächsten Mal mehr als 20-mal und dann vielleicht 18-mal. Das ist lächerlich!“ Ihr Einwand zielte damit nicht auf ein starres Ritual, sondern auf die wechselnde Dauer zwischen den Punkten.

Später stellte Stubbs in einem Instagram-Beitrag klar, dass der Ruf nach Buhrufen als Scherz gemeint gewesen sei. Ihr eigentliches Anliegen seien bis zu 25 Kontakte zwischen dem ersten und zweiten Aufschlag gewesen. Sie habe Shelton vor Ort beobachtet, der wegen der langen Verzögerung zeitweise nicht einmal in die Rückschlagposition ging.

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Zverev selbst bestritt, die Zahl bewusst zu verändern, um Shelton zu stören. Er erklärte, er habe keine Ahnung, wie oft er den Ball auftippe, und tue es einfach, bis er sich bereit fühle. Shelton reagierte gelassen und sagte, er lasse sich davon nicht aus der Ruhe bringen.

Zwischen Vorbereitung und Spieltempo

Die Debatte berührt einen schwierigen Bereich des Tennis. Spieler brauchen feste Abläufe, um nach einem langen Ballwechsel Atmung, Griff und Ziel neu zu ordnen. Gleichzeitig gehört die Zeit zwischen den Aufschlägen zum gemeinsamen Rhythmus. Wird eine Routine länger oder unberechenbar, kann sie den Rückschläger belasten, auch ohne bewusste Verzögerung.

Stubbs’ spätere Einordnung ist deshalb wichtiger als die zugespitzte erste Formulierung. Sie verschiebt das Thema von einer Bewertung des Spielers zu einer Regelfrage. Nach ihrer Darstellung läuft die Aufschlaguhr zwischen erstem und zweitem Versuch nicht, obwohl gerade dort besonders lange Pausen entstehen können.

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Zverevs Erfolg in New York zeigt zugleich, dass ihm der Ablauf Stabilität geben kann. Der sportlich relevante Punkt ist nicht die spektakuläre Gesamtzahl, sondern ob seine Vorbereitung innerhalb der Regeln bleibt und beiden Spielern ein berechenbares Tempo ermöglicht.

Alexander Zverev
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