Jannik Sinner zieht sich aus Paris Masters zurück



by FARUK IMAMOVIC

Jannik Sinner zieht sich aus Paris Masters zurück
© Getty Images Sport/Thomas Kronsteiner

Im Zentrum des Tenniszirkus steht nicht selten die Athletik, doch oft werden die Grenzen der physischen Belastung ausgetestet – nicht immer zur Zufriedenheit der Spieler. Jannik Sinner, der viertgesetzte Spieler der Paris Masters, gab bekannt, dass er sich aus gesundheitlichen Gründen aus dem Turnier zurückziehen wird.

Eine Entscheidung, die nicht nur seine Gesundheit widerspiegelt, sondern auch eine Kritik an den Organisatoren darstellt.

Nachtschicht in Paris

Sinners Zweitrundenmatch gegen Mackenzie McDonald begann nach Mitternacht und endete erst um 2:37 Uhr morgens.

Wenige Stunden später hätte er bereits wieder auf dem Platz stehen sollen – dieses Mal gegen Alex de Minaur. "Ich muss die richtige Entscheidung für meine Gesundheit und meinen Körper treffen", erklärte Sinner in einem Social-Media-Beitrag und fügte hinzu: "Die Wochen vor den ATP Finals in meiner Heimat und dem Davis Cup sind sehr wichtig, jetzt konzentriere ich mich auf die Vorbereitung für diese bedeutenden Events.

Wir sehen uns in Turin." Diese Entscheidung wurde getroffen, obwohl Sinner bereits für die ATP Finals qualifiziert ist, die am 12. November beginnen. De Minaur wird nun im Viertelfinale auf Andrey Rublev treffen.

Eine Branche im Zwiespalt

Sinners Rückzug wirft erneut ein Schlaglicht auf die Debatte um Spielpläne und die Gesundheit der Athleten.

Casper Ruud verteidigte Sinner öffentlich und kritisierte die ATP: "Bravo ATP, sehr hilfreich für einen der besten Spieler der Welt, um sich zu erholen und so bereit wie möglich zu sein, wenn er sein vorheriges Match um 2:37 Uhr morgens beendet hat...

Was für ein Witz." Solche späten Endzeiten sind auch bei anderen Turnieren, einschließlich der US Open und der Australian Open, keine Seltenheit. Andy Murray beschrieb sein Matchende um 4:05 Uhr morgens gegen Thanasi Kokkinakis in Australien in diesem Jahr als "Farce".

Elena Rybakina äußerte sich ähnlich und sagte, dass sie sich durch den Zeitplan von Montreal "zerstört" fühlte, nachdem ihr Viertelfinale erst um 3 Uhr morgens endete. Trotz der Beschwerden plant die US Open keine Änderung ihres Zeitplans.

"Wir haben darüber nachgedacht, die Abendsession früher zu beginnen, statt um 19 Uhr schon um 18 Uhr, aber das ist wirklich keine Möglichkeit, weil es schwer ist für New Yorker, sogar um 19 Uhr hierher zu kommen", sagte Turnierdirektorin Stacey Allaster.

Dieser Vorfall unterstreicht die Notwendigkeit eines Gleichgewichts zwischen dem Unterhaltungswert des Sports und dem Wohlergehen der Spieler. Die Stimmen, die eine Reform fordern, werden lauter und fordern die Tenniswelt heraus, einen Weg zu finden, der sowohl für die Spieler als auch für die Fans vorteilhaft ist.

Jannik Sinner Paris Masters