Jannik Sinner auf Rekordjagd – doch droht jetzt das Burnout?

Jannik Sinner hat das Tennisjahr 2023 dominiert und sich mit herausragenden Leistungen an die Spitze gespielt. Doch Tennislegende Jimmy Connors warnt den jungen Italiener davor, sich zu verausgaben.

by Faruk Imamovic
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Jannik Sinner auf Rekordjagd – doch droht jetzt das Burnout?
© Getty Images Sport/Clive Brunskill

Jannik Sinner hat das Tennisjahr 2023 dominiert und sich mit herausragenden Leistungen an die Spitze gespielt. Doch Tennislegende Jimmy Connors warnt den jungen Italiener davor, sich zu verausgaben. "Er muss auf sich achten", betonte Connors im "Advantage Connors"-Podcast, damit Sinner sein Spiel "auf ein neues Level" heben könne.

Eine Erfolgsgeschichte mit Lernkurve

Sinner hat in dieser Saison erstmals in seiner Karriere mehr als 50 Spiele in einem Kalenderjahr gewonnen. Mit einer beeindruckenden Siegesquote von 80,3% (57-14) steht er in der Statistik nur hinter Novak Djokovic und Carlos Alcaraz.

Der 22-Jährige feierte seinen ersten ATP Masters 1000 Titel beim Canadian Open im August, wurde Zweiter beim Miami Open im März und erreichte das Halbfinale in Wimbledon. Darüber hinaus konnte er 2023 die Open Sud de France, die China Open und die Vienna Open für sich entscheiden.

Diese Erfolge ebneten ihm den Weg zu seiner erstmaligen direkten Qualifikation für die ATP Finals – ein Meilenstein in seiner noch jungen Karriere. Dennoch zwangen ein gnadenloser Turnierplan und hervorragende Form zum Saisonende Sinner dazu, sich letzte Woche von seinem Paris Masters Achtelfinal-Match gegen Alex de Minaur zurückzuziehen.

Die offizielle Begründung: Erschöpfung.

Balanceakt zwischen Ehrgeiz und Gesundheit

Mit den ATP Finals und den Davis Cup Finals stehen nur noch zwei Turniere in diesem Jahr für Sinner an. Connors, selbst einst die Nummer 1 der Welt, mahnt zur Vorsicht.

"Hier ist gutes Coaching gefragt. Es kommt der Punkt, an dem er bremsen und sich eine Auszeit nehmen muss", so Connors. Ziel müsse es sein, nicht erschöpft in die Australian Open zu starten. "Man kann sich pushen, aber nicht so stark, dass man bei den Slams antritt und denkt: 'Ich bin verletzt, ich bin müde' – denn diese sind die, für die man wirklich den Höhepunkt erreichen sollte." Sinner, der letztes Jahr eine wichtige Trainerentscheidung traf und sich mit dem renommierten Coach Darren Cahill zusammenschloss, hat diese Wahl bereits mit fünf gemeinsamen Titeln belohnt.

Cahills Einfluss scheint ein Schlüssel zum Erfolg des Südtirolers zu sein. Connors ist überzeugt, dass Sinner noch eine Stufe höher steigen kann. "Ein Grand-Slam-Sieg würde ihn auf ein neues Level heben", sagte Connors und prophezeit eine glänzende Zukunft: "Es wird spannend sein, ihn nach einem solchen großen Sieg abheben zu sehen. Wenn er weitermacht wie bisher, wird das hoffentlich bald geschehen."

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