Boris Becker über Holger Runes Ausscheiden: 'Er muss taktisch klüger werden'

Sein Trainer Boris Becker sieht vor allem in der mentalen Stärke einen wichtigen Bereich, den Rune verbessern muss.

by Faruk Imamovic
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Boris Becker über Holger Runes Ausscheiden: 'Er muss taktisch klüger werden'
© Getty Images/Morgan Hancock

Holger Rune, der junge dänische Tennisstar, erlebte eine Enttäuschung bei den Australian Open, als er in der zweiten Runde gegen die Nummer 122 der Welt, Arthur Cazaux, ausschied. Rune, als achter Samen für einen tiefen Lauf beim ersten Grand Slam des Jahres gehandelt, verlor mit 6-7 (4-7), 4-6, 6-4, 3-6.

Dieser Rückschlag folgt auf ein frühes Ausscheiden bei den US Open im August letzten Jahres. Sein Trainer Boris Becker sieht vor allem in der mentalen Stärke einen wichtigen Bereich, den Rune verbessern muss.

"Er hat einen sehr schnellen Arm, viel Feuerkraft, viel Inspiration auf dem Platz, aber gleichzeitig ist das auch das Problem", erklärte Becker bei Eurosport. "Es geht darum zu wissen, wann man was tut. Taktik, wann man beschleunigt, wann man Risiken eingeht und wann man defensiv spielt, es ist immer eine feine Linie." Becker betonte die Bedeutung von mentaler Stärke in Schlüsselmomenten des Spiels, wie dem Verlust des ersten Satzes im Tie-Break und des ersten Aufschlagspiels im zweiten Satz.

Technische Anpassungen und Teamverstärkung

Ein weiterer Schwachpunkt in Runes Spiel ist laut Becker dessen Vorhand. "Er muss den schweren Topspin etwas mehr nutzen", fügte der ehemalige Weltranglistenerste hinzu.

"Ab und zu ist er ein wenig flach oder er spielt einen Halbvolley von der Grundlinie, was an guten Tagen ein Trickshot ist und an schlechten Tagen ein Rahmenfehler." Seit Oktober letzten Jahres arbeitet Becker mit Rune zusammen, nachdem dieser eine schwierige Phase auf den nordamerikanischen Hartplätzen durchgemacht hatte.

Unter seiner Leitung hat Rune einige Fortschritte gemacht. Eine willkommene Ergänzung für das Team ist Severin Lüthi, der ehemalige Coach von Tennislegende Roger Federer, der im Dezember letzten Jahres beitrat.

"Ich nenne ihn einen rohen Diamanten, man muss ihn nur ein wenig formen", fügte Becker hinzu. "Ich war sehr froh, dass wir Severin Lüthi ins Team holen konnten, denn das Coaching von Holger ist ein Vollzeitjob für 52 Wochen im Jahr und ich habe andere Verpflichtungen." Becker deutete an, dass ein flexibles Coaching-Modell, bei dem er und Lüthi sich abwechseln oder gemeinsam arbeiten, für Rune vorteilhaft sein könnte. "Mal sehen, wie es sich entwickelt", schloss Becker.

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