Saudi-Arabien geht Partnerschaft mit ATP für fünf Jahre ein

Saudi-Arabien hat einen bemerkenswerten Schritt unternommen, um seine Präsenz im internationalen Sport zu verstärken.

by Faruk Imamovic
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Saudi-Arabien geht Partnerschaft mit ATP für fünf Jahre ein
© Getty Images/Adam Pretty

Saudi-Arabien hat einen bemerkenswerten Schritt unternommen, um seine Präsenz im internationalen Sport zu verstärken. Durch eine fünfjährige Partnerschaft mit der Männer-Profitennis-Tour, die auch die Namensrechte für die ATP-Rankings umfasst, betritt das Königreich neues Terrain.

Diese Entwicklung ist Teil einer größeren Strategie, die darauf abzielt, das Land als einen zentralen Akteur in verschiedenen Sportarten zu etablieren.

Tennis im Fokus der saudischen Sportstrategie

Die Partnerschaft mit der ATP ist nur ein Teil der saudischen Bemühungen, den Tennissport im Königreich zu fördern.

Bereits zuvor wurde bekannt, dass die Next Gen ATP Finals – ein Turnier für Spieler unter 21 Jahren – von 2023 bis 2027 in Dschidda stattfinden werden. Das jüngste Abkommen beinhaltet darüber hinaus eine prominente Platzierung der Marke des saudischen Staatsfonds PIF bei den ATP Finals am Saisonende sowie bei Turnieren in Indian Wells, Miami, Madrid und Peking.

Massimo Calvelli, der CEO der ATP, bezeichnete die Vereinbarung als "einen bedeutenden Moment für den Tennissport". Die Hoffnung ist, dass durch diese Partnerschaft der Tennissport in Saudi-Arabien weiter wachsen wird.

Dies kommt zu einem Zeitpunkt, an dem intensiv diskutiert wird, ob der Tennissport ähnliche Abkommen mit dem wohlhabenden Königreich schließen sollte, wie es in anderen Sportarten bereits der Fall ist.

Zwischen sozialem Wandel und Kritik

Die sportlichen Ambitionen Saudi-Arabiens sind nicht ohne Kontroversen.

Kritiker verweisen auf die Menschenrechtslage im Land, insbesondere im Hinblick auf die Diskriminierung von Frauen und die strengen Tabus rund um Homosexualität. Trotzdem hat die WTA angekündigt, Verhandlungen über eine mögliche Partnerschaft zu führen, einschließlich der Ausrichtung ihrer WTA Finals in Saudi-Arabien.

Saudi-Arabien hat in den letzten Jahren umfangreiche soziale Reformen durchgeführt, darunter die Aufhebung des Fahrverbots für Frauen und die Lockerung der strengen Kleidungsvorschriften. Dennoch bleiben Herausforderungen bestehen, insbesondere im Hinblick auf die Rechte von LGBTQ+-Personen.

Die Partnerschaft zwischen der ATP und Saudi-Arabien steht somit symbolisch für den Spagat, den das Königreich vollzieht: Einerseits die Öffnung und Modernisierung des Landes voranzutreiben und andererseits mit traditionellen Werten und Normen in Einklang zu bleiben.

Die Zukunft wird zeigen, wie dieser Balanceakt gelingt und welchen Einfluss die Partnerschaft auf die Entwicklung des Tennissports in Saudi-Arabien und darüber hinaus haben wird.

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