Nadal und Djokovic straucheln in Rom: Neue Favoriten für Roland Garros?

Rafael Nadal kassierte in der zweiten Runde des ATP Masters in Rom die deutlichste Niederlage auf Sand seit 21 Jahren.

by Faruk Imamovic
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Nadal und Djokovic straucheln in Rom: Neue Favoriten für Roland Garros?
© Getty Images/Mike Hewitt

Rafael Nadal kassierte in der zweiten Runde des ATP Masters in Rom die deutlichste Niederlage auf Sand seit 21 Jahren. Auch Novak Djokovic wurde in der Ewigen Stadt deutlich geschlagen. Während die Altmeister ihre Generalproben für die French Open verpatzten, fehlten zwei Paris-Mitfavoriten im Foro Italico komplett.

Für Roland Garros ergibt sich somit eine besondere Konstellation.

Djokovics Suche nach den Gründen

Novak Djokovic begab sich nach seiner deutlichen Drittrunden-Niederlage gegen Alejandro Tabilo (2:6, 3:6) auf die Suche nach den Ursachen.

"Ich habe mich auf dem Court wie ein anderer Spieler gefühlt, es ist ein bisschen beunruhigend", sagte der Weltranglistenerste auf der Pressekonferenz. "Ich war völlig neben der Spur, hatte keinen Rhythmus und keine Balance." Ein möglicher Grund könnte ein versehentlicher Kopf-Flaschentreffer zwei Tage zuvor sein.

"Wir müssen ein paar Tests machen", sagte Djokovic kryptisch. Dieser schwache Auftritt passt ins diesjährige Bild. Mitte März war der Grand-Slam-Rekordsieger beim Masters in Indian Wells in Runde drei bereits gegen den italienischen Underdog Luca Nardi gescheitert.

Der Superstar, der im Vorjahr drei Grand Slams sowie die ATP Finals gewonnen hatte, wartet 2024 noch auf eine Endspiel-Teilnahme. Kurz vor dem Start der French Open (26. Mai bis 9. Juni) scheint der Favorit zu schwanken – nicht nur wegen des Flaschentreffers.

Nadal in der Krise

Rafael Nadal, der König von Paris und Sandplatz-Eminenz, steht vor seinem Lieblingsturnier noch bedenklicher da als Djokovic. Der Spanier wirkt nach seiner langen Verletzungspause nicht bereit, in Paris ernsthaft um den Titel mitzuspielen.

Am vergangenen Samstag kassierte Nadal im Foro Italico gegen Hubert Hurkacz in der zweiten Runde seine höchste Niederlage auf Sand seit 21 Jahren (1:6, 3:6). Diese Niederlage ließ Nadal an seiner Teilnahme bei den French Open zweifeln.

"Ich habe für Paris zwei Möglichkeiten. Die eine ist zu sagen: 'OK, ich bin nicht bereit, ich spiele nicht gut genug.' Die andere ist zu akzeptieren, wie ich heute bin, und daran zu arbeiten, dass ich in zwei Wochen in einer besseren Form bin", erklärte der 37-Jährige.

"Die Entscheidung ist heute nicht klar in meinem Kopf. Wir werden sehen, wie ich mich morgen, übermorgen und in einer Woche mental fühle. Wenn mein Verstand in die richtige Richtung tendiert, werde ich in Roland-Garros sein und mein Bestes geben."

Die neuen Favoriten

Sollte Nadal in Paris antreten, bleibt er ein Kandidat auf die Krone – trotz seiner physischen Probleme.

Seit 2005 gab es nur zwei Roland-Garros-Sieger, die nicht Nadal (14 Titel) oder Djokovic (drei Titel) hießen: Roger Federer (2009) und Stan Wawrinka (2015). In der diesjährigen Ausgabe stehen die Chancen für die Konkurrenz jedoch so gut wie lange nicht mehr.

Das Favoritenfeld ist offener denn je. Dies liegt nicht nur an den schwächelnden Routiniers, sondern auch an zwei weiteren Titelkandidaten, deren Form unklar ist: Jannik Sinner und Carlos Alcaraz. Die beiden jungen Shootingstars mussten ihre Teilnahme in Rom verletzungsbedingt absagen.

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