Experten fordern Klarheit im Tennisdoping

by Faruk Imamovic
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Experten fordern Klarheit im Tennisdoping
© giovannipelazzo/X/Fair Use

Die Dopingvorwürfe gegen Jannik Sinner und Iga Swiatek beschäftigen die Tenniswelt auch während der Australian Open. Beide stehen im Mittelpunkt heftiger Debatten, obwohl sie bei den Turnieren noch keinen Ball geschlagen haben. Hintergrund sind die Dopingfälle aus dem letzten Jahr. Die Vorwürfe werfen Fragen auf, wie mit solchen Situationen umgegangen werden sollte.

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Jannik Sinner, Weltranglistenerster, hatte im März zweimal positiv auf Clostebol getestet. Die International Tennis Integrity Agency (ITIA) akzeptierte seinen Einwand, dass das Steroid unabsichtlich zugeführt wurde. Er wurde daher nicht suspendiert. Wichtiger Aspekt bleibt, dass die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) Berufung beim Internationalen Sportgerichtshof CAS eingelegt hat, und ein endgültiges Urteil noch aussteht. Auch Iga Swiatek war positiv auf das Herzmedikament Trimetazidin getestet worden. Auch ihr Verstoß wurde als unabsichtlich eingestuft, weshalb sie nur eine einmonatige Sperre erhielt.

Kritik von Experten und Spielern

Die Debatte erreichte ihren Höhepunkt, als prominente Persönlichkeiten wie Novak Djokovic und Nick Kyrgios ihre Kritik äußerten. Djokovic hinterfragte die Mechanismen des Systems, während Kyrgios die Integrität des Tennissports infrage stellte. Er bezog sich dabei vor allem auf den Fall Sinner. „Ich denke einfach, dass es in unserem Sport schrecklich gehandhabt wurde“, sagte Kyrgios. Jeder wisse es, „aber niemand möchte darüber sprechen“.

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Eurosport-Expertin Barbara Rittner zeigte sich ebenfalls besorgt: „Es ist natürlich alles andere als gut für den Tennissport, dass beide unter Dopingverdacht stehen. Viele Leute haben mich angesprochen und gefragt: ‚Was ist denn da im Tennis los?‘ Genau das bleibt bei den Fans hängen: ‚Dopen die jetzt alle?‘“ Rittner kritisierte, wie schnell Informationen an die Öffentlichkeit gelangen, bevor sie abschließend geklärt sind. Sie fragte: „Warum hält man es nicht unter Verschluss, bis eine fundierte Entscheidung getroffen wurde?“

Forderungen nach Transparenz und Reformen

Die Expertin fordert mehr Klarheit im Umgang mit Dopingvorwürfen. Es brauche einen klaren Katalog für Strafen und ein überarbeitetes System. Ihre Bedenken betreffen auch die Frage der Verantwortung von Spielern für ihr Team. „Wenn etwa der Physiotherapeut durch eine Verunreinigung über eine Wunde an den Händen die Substanz auf seinen Körper gebracht hat, stellt sich die Frage, ob und wie man Sinner dafür bestrafen kann?“ fragt sie.

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Rittner betonte die Notwendigkeit eines klaren Strafmaßes: „Es muss einen klaren Katalog geben. Auch wenn sich ein Spieler wie Mikael Ymer über eine Sperre aufregt – bei verpassten Tests ist die Regelung eindeutig. Das ist dann, hart gesagt, auch die eigene Dummheit.“ Sie verwies darauf, dass Spieler von klein auf im Umgang mit Dopingtests geschult werden müssten.

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