Alexander Zverev hat sich vor seinem ersten Match beim Madrid Open offen zur Praxis der Dopingkontrollen im Profi-Tennis geäußert. In einem ehrlichen Gespräch äußerte der deutsche Tennisspieler deutliche Kritik an den derzeitigen Verfahren und bezeichnete sie als „nervig“ und in Teilen unangemessen.
„Es ist ein nerviger Prozess, um ehrlich zu sein, denn wir müssen jeden Tag genau angeben, wo wir uns für eine Stunde aufhalten“, sagte Zverev. „Wenn sie aber nicht innerhalb dieser Stunde auftauchen, muss man trotzdem zurückkommen – das ist nicht fair.“
Zverev schilderte ein konkretes Erlebnis aus dem Dezember, das ihn besonders getroffen habe. „Ich habe meine Tochter am Flughafen in Nizza abgeholt. Mein Zeitslot war eigentlich morgens um sieben oder acht. Sie kamen aber abends um neun. Sie rufen mich an und sagen: ‚Du musst zurückkommen.‘ Ich sage: ‚Ich kann nicht, ich hole mein dreijähriges Kind ab.‘ Sie sagen: ‚Ist uns egal, du musst zurückkommen.‘“
Zwischen Alltag und Kontrollpflicht
Für Zverev steht fest: Das System braucht Anpassungen. „Das ist doch genau der Punkt, der nervt – dass man für so etwas das eigene Leben völlig unterbrechen soll. Wenn sie innerhalb der angegebenen Stunde kommen, ist das okay. Aber nicht irgendwann einfach so.“
Er kritisierte auch die Belastung für die wenigen privaten Momente im Jahr. „Wir sind vielleicht fünf Wochen im Jahr zu Hause. Wenn man dann mal abends mit Freunden rausgeht oder mit der Partnerin essen möchte, kann das sofort zerstört werden. Das ist einfach nicht in Ordnung.“
Zverev betonte dabei, dass er die Wichtigkeit von Dopingkontrollen grundsätzlich nicht infrage stelle, jedoch mehr Rücksicht auf die Lebensrealität der Spieler gefordert sei. „Wenn ich meine Tochter abhole, dann ist das für mich wichtiger. Das System sollte das respektieren.“
