Carlos Alcaraz hat es geschafft. In einem Match, das vielen als das beste Grand-Slam-Finale aller Zeiten gelten dürfte, bezwang der Spanier seinen Rivalen Jannik Sinner mit 4:6, 6:7 (4:7), 6:4, 7:6 (7:3), 7:6 (10:2). 5 Stunden und 29 Minuten dauerte das Duell auf dem Court Philippe-Chatrier, das in seiner Intensität und Qualität selbst eingefleischte Tennisfans sprachlos zurückließ.
Sinner lag bereits mit zwei Sätzen in Führung und hatte im vierten Satz drei Matchbälle. Alcaraz aber kämpfte sich zurück, wehrte die Chancen ab und drehte das Spiel mit einer Nervenstärke, die an große Momente im Sport erinnert. Der fünfte Satz war ein Krimi, der im Match-Tiebreak endete – mit klarem Vorteil für den 22-jährigen Alcaraz.
„Ich habe Federer und Nadal gesehen, die einige gute Finals gespielt haben, aber für mich kommt nichts an das heute heran“, sagte Mats Wilander bei TNT Sports. „Sie spielen in einem Tempo, das unmenschlich ist. Diese beiden sind die besten Athleten, die unsere Spezies zu bieten hat. Ich bin nicht oft sprachlos, aber heute war ein wunderbarer Tag.“
Emotionen, Rivalität und ein Blick nach vorn
Die Emotionen gingen nach dem Match weit über sportliche Bewertung hinaus. „Man vergisst solche Tage nie – egal ob Sieg oder Niederlage“, sagte der ehemalige Weltranglistenerste Jim Courier. „Diese Finals brennen sich in den Körper ein. Das war ein Tag, der uns alle lebendig gemacht hat.“
Auch Courier zeigte Mitgefühl für Sinner, der nur knapp seinen dritten Grand-Slam-Titel in Folge verpasste. „Man muss auch an Jannik denken – ein großartiges Turnier, aber er konnte die Tür nicht ganz zumachen. Alcaraz hat im Tiebreak himmlisches Tennis gespielt. Sinner wird zurückkommen.“
Was bleibt, ist ein Finale, das den Sport neu definiert. Zwei Spieler auf Augenhöhe, deren Rivalität noch viele Kapitel verspricht. Nach dem Rückzug der großen Drei – Federer, Nadal, Djokovic – zeigt dieses Duell: Tennis lebt und entwickelt sich weiter.
