Jack Draper hat sich mit viel Einsatz ins Viertelfinale der HSBC Championships im Queen’s Club gespielt – trotz sichtbarer Frustration und körperlicher Beschwerden. In seinem Achtelfinalduell gegen Australiens Nummer eins, Alexei Popyrin, verlor der Brite zunächst den ersten Satz, haderte lautstark mit sich und den Bedingungen, fand aber dennoch einen Weg zurück ins Match. Nach 2 Stunden und 13 Minuten stand ein hart erkämpfter 3:6, 6:2, 7:6(5)-Sieg.
„Um ehrlich zu sein, war das heute nicht mein bestes Tennis. Ich habe aber hart gekämpft. Mein Aufschlag war in Ordnung, doch da ist noch viel Luft nach oben“, sagte Draper nach dem Match. Besonders betonte er: „Mein Ziel ist es, in Wimbledon mein bestes Niveau zu erreichen. Ich arbeite jeden Tag daran, besser zu werden.“
Trotz seines durchwachsenen Spiels winkt ihm nun eine große Belohnung: Sollte er das nächste Match gegen den US-Amerikaner Brandon Nakashima gewinnen, würde Draper auf Platz 4 der Weltrangliste klettern – ein Karriere-Meilenstein. Damit wäre er bei Wimbledon als Nummer vier gesetzt und würde Jannik Sinner oder Carlos Alcaraz frühestens im Halbfinale begegnen.
Physisch gewachsen, mental gereift
Draper spricht offen über die Herausforderungen, die ihn in den letzten Jahren begleitet haben. Verletzungen und mangelnde Konstanz waren wiederholt Themen. Doch nun zeigt er sich körperlich stabiler: „Ich habe immer hart abseits des Platzes gearbeitet. Das hat mir geholfen, auf der Tour konstanter zu spielen“, erklärte er.
Ein Vergleich bringt es für ihn auf den Punkt: „Früher hatte ich das Gefühl, ich sehe aus wie ein Ferrari, war aber eher ein Toyota – bin leicht zusammengebrochen. Jetzt fühle ich mich generell stärker und habe mehr Vertrauen in mich.“
Vor Turnierbeginn hatte er mit einer Trainingsverletzung zu kämpfen, die ihn zeitweise humpeln ließ. Umso bemerkenswerter ist sein bisheriger Weg durch das Turnier. Sollte Draper weiter in dieser Richtung gehen, könnte Wimbledon mehr als nur ein Heimturnier für ihn werden.
