Alexander Zverev ist in Wimbledon überraschend bereits in Runde eins gescheitert. Der Weltranglistendritte unterlag dem Franzosen Arthur Rinderknech in fünf Sätzen – 6:7 (3), 7:6 (8), 3:6, 7:6 (5), 4:6. Es war sein frühestes Ausscheiden bei einem Grand Slam seit 2019. Nach dem Match sprach der 28-Jährige so offen wie selten zuvor über seinen aktuellen mentalen Zustand.
„Im Moment fühle ich mich leer und sehr einsam“, sagte Zverev nach dem Spiel. Er schloss nicht aus, sich therapeutische Hilfe zu holen. Seit seiner Niederlage im Finale der Australian Open gegen Jannik Sinner scheint er innerlich zu kämpfen. Es war sein drittes verlorenes Grand-Slam-Endspiel.
„Es geht nicht um Tennis“ – Zverevs Suche nach Antworten
Zverev erklärte, dass es ihm weniger am Tennisspiel liege: „Tennis ist nicht das Problem. Ich fühle mich immer noch als einer der besten Spieler der Welt. Aber gerade geht es um etwas anderes.“ Die Fragen zur Motivation beantwortete er ehrlich: „Es ist das Gefühl, dass man abends ins Bett geht und am nächsten Tag keine Lust hat, aufzustehen und zur Arbeit zu gehen.“
Diese innere Leere wirke sich auch auf die Leistung aus. Eine neue Trainerkonstellation ist nicht ausgeschlossen: „Vielleicht. Ich weiß es im Moment nicht. Ich denke, bis Kanada habe ich Antworten.“ Er betonte mehrfach, dass es ihm derzeit schwerfalle, Freude – besonders außerhalb des Platzes – zu empfinden.
Zur Niederlage selbst meinte Zverev: „Ich habe kein schreckliches Match gespielt. Ich habe ihn nicht ein einziges Mal gebreakt – das spricht für ihn.“ Dennoch sei der sportliche Aspekt momentan zweitrangig: „Es muss sich etwas in mir verändern – nicht bei Vorhand oder Rückhand, sondern in mir selbst.“
Der deutsche Topspieler, der bisher 24 ATP-Titel gewonnen hat, steht damit an einem Wendepunkt. Ob er sich neu aufstellt, ist noch offen. Klar ist: Es geht nicht nur um Tennis.
