Jannik Sinner hat sich am Sonntag mit einem beeindruckenden Vier-Satz-Sieg gegen Carlos Alcaraz erstmals den Wimbledon-Titel gesichert. Auf dem Centre Court feierte der Italiener einen sportlichen Höhepunkt. Doch im Hintergrund bleibt ein Thema präsent, das sein Jahr 2025 bislang geprägt hat: seine dreimonatige Dopingsperre.
Vor dem Turnier in Rom war der Weltranglistenerste gesperrt, nachdem er beim Indian Wells Masters 2024 positiv auf ein leistungssteigerndes Mittel getestet worden war. Durch eine Einigung mit der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) blieb ihm eine einjährige Sperre und der Ausschluss von Grand-Slam-Turnieren erspart. Dennoch werfen einige Stimmen seinem Triumph einen Schatten voraus.
Kritik von Experten und Fans
Vor allem in Großbritannien sorgte der Sieg des Italieners für Diskussionen. Der britische Journalist Oliver Holty nannte den Finalerfolg sogar „einen schlechten Tag für den Tennissport“. Auch Radio-Call-ins und Medienberichte sprachen offen darüber, ob dieser Wimbledon-Titel überhaupt einen fairen Stellenwert habe. Nick Kyrgios, Finalist von 2022, veröffentlichte ein einfaches Sternchen auf X – ein stiller, aber deutlicher Kommentar.
Sinner selbst bleibt bei seiner Darstellung: Ein Teammitglied habe ein Spray auf eine Schnittwunde aufgetragen, das dann während einer Massage zu einer Kontamination führte. Viele Beobachter zweifeln jedoch an dieser Erklärung.
Trotz der Vorwürfe zeigt sich Sinner stolz: „Nur ich und mein engstes Umfeld wissen, was wir in den letzten 18 Monaten durchgemacht haben – auf und neben dem Platz. Es war alles andere als einfach.“
Trainer Darren Cahill ergänzte: „Er ist auf dem Platz unglaublich fokussiert, aber abseits des Platzes ein witziger Typ, der auch mal Chaos in der Küche stiftet.“
Auch wenn Sinner den Skandal gerne hinter sich lassen würde – er bleibt Teil seiner Geschichte. Seine sportliche Leistung steht, doch der Zweifel ist nicht verschwunden.
