John McEnroe hat mit seinen jüngsten Aussagen über Carlos Alcaraz und Jannik Sinner für Wirbel gesorgt. Der Amerikaner stellte in einem Interview mit TNT Sports die These auf, dass beide „favorisiert wären“, wenn sie gegen einen Rafael Nadal in Bestform auf Sand antreten würden.
„Wenn sie ihr bestes Tennis spielen, würde ich sagen, Sinner und Alcaraz gegen Nadal auf Sand – da kann man ernsthaft argumentieren, dass sie Favoriten wären, selbst gegen Nadal in seiner besten Zeit“, so der siebenfache Grand-Slam-Sieger. Zwar bezweifelte McEnroe, dass einer der beiden jemals 20 oder mehr Grand Slams erreichen werde, doch lobte er das aktuelle Spielniveau im Tennis: „So hoch wie heute war es noch nie.“
Diese Aussagen traf er vor dem French-Open-Finale 2025, in dem Alcaraz nach fünf Stunden und 29 Minuten drei Matchbälle abwehrte und schließlich mit 4:6, 6:7(4), 6:4, 7:6(3), 7:6(2) gegen Sinner gewann – das längste Finale in der Geschichte des Turniers.
Ljubicic widerspricht deutlich
Ivan Ljubicic, Ex-Coach von Roger Federer, ließ McEnroes Aussagen nicht unkommentiert. Der Kroate, der Federer von 2017 bis zu dessen Rücktritt begleitete, wies die Vergleiche mit klaren Worten zurück.
„Das war ein sehr, sehr, sehr gutes Finale mit viel Drama, vor allem wegen der abgewehrten Matchbälle – aber die Leute übertreiben immer“, sagte Ljubicic. „John McEnroe meinte, Nadal hätte gegen die Jungs keine Chance. Das ist Unsinn. Wir haben von Alcaraz und Sinner noch nicht das Beste gesehen – sie haben noch viel Potenzial. Aber sie sind noch nicht voraus.“
Der frühere Profi erinnerte daran, wie beeindruckend das Niveau zwischen Federer und Nadal bereits in den Jahren 2005 bis 2015 war. „Das war schon unglaubliches Tennis.“
McEnroe versuchte später bei Wimbledon, seine Aussagen zu relativieren: „Ich habe nie gesagt, dass sie Nadal immer schlagen würden. Nur, dass sie heutzutage auf den Platz gehen und wirklich daran glauben könnten, eine Chance zu haben – selbst gegen Nadal in seiner Blütezeit.“
Ob die Diskussion weitergeht, bleibt abzuwarten. Sinner und Alcaraz kehren Ende Juli beim Masters-1000-Turnier in Toronto zurück auf die Tour.
