Alexander Zverev hat in einem Podcast Einblicke in eine besondere Trainingswoche gegeben, die er mit Rafael Nadal und dessen Onkel Toni auf Mallorca verbracht hat. Nach einer frühen Niederlage in Wimbledon entschied sich der Weltranglisten-Dritte, vor der US-Hartplatzsaison neue Impulse zu suchen – und fand sie in der Rafa Nadal Academy.
Dort trainierte Alexander zehn Tage lang mit Toni Nadal, dem langjährigen Erfolgscoach seines Neffen Rafael. Das Training war intensiv, doch auch die Abende blieben in Erinnerung. „Wir haben oft bis 1 Uhr nachts zusammen gegessen“, erzählt Alexander im Podcast Nothing Major. „Und mitten im Essen stand er auf und zeigte mir Vorhandschwünge – er war komplett im Thema.“
Der deutsche Tennisprofi, der Nadal in der Vergangenheit mehrfach auf dem Platz gegenüberstand, war beeindruckt von der Hingabe, mit der der Spanier auch abseits des Courts bei der Sache ist. „Die Intensität, mit der Rafa spielt, ist die gleiche, mit der er coacht“, so Alexander. „Es war unglaublich.“
Mut in entscheidenden Momenten
Besonders prägend war für Alexander der mentale Rat, den er vom 22-fachen Grand-Slam-Sieger erhielt: „Er hat mir unzählige Male gesagt, dass ich mutiger sein muss. Dass ich in den entscheidenden Momenten Verantwortung übernehmen soll.“
Diese Worte hätten ihn stark berührt, erklärt der 28-Jährige: „Ich weiß das eigentlich selbst, aber wenn jemand wie Rafa das sagt, hat es ein anderes Gewicht.“ Nadal habe ihm auch deutlich gemacht, dass seine Gegner ihn kaum gefährden können, wenn er selbst aggressiv agiert. Probleme entstünden vor allem dann, wenn er sich zurückziehe.
Obwohl Toni Nadal derzeit nicht offiziell zu Zverevs Betreuerstab gehört, deutet sich eine Annäherung an. Der Spanier sei aktuell stark eingespannt, unter anderem durch Aufgaben an der Akademie und öffentliche Auftritte. Zverev betonte aber: „Ich glaube, Toni hat das Coaching mit mir auch genossen. Vielleicht sieht man ihn ab nächstem Jahr öfter an meiner Seite.“
Das wäre eine interessante Wendung für den Deutschen, der bisher meist familiär gecoacht wurde. Frühere Versuche mit prominenten Namen wie Ivan Lendl oder David Ferrer waren jeweils nur von kurzer Dauer.
Auf dem Weg durch Kanada
Aktuell kämpft Zverev beim Canadian Open um den Titel. Als Topgesetzter profitiert er vom Fehlen der Stars Jannik Sinner und Carlos Alcaraz. Nach Siegen über Adam Walton und Matteo Arnaldi steht er nun im Achtelfinale – dort wartet Francisco Cerundolo. Gegen den Argentinier hat Zverev bisher dreimal gespielt und alle Begegnungen verloren.
Ob die Mallorca-Erfahrungen schon Wirkung zeigen, wird sich zeigen. Sicher ist: Der Austausch mit Nadal war mehr als nur eine Trainingseinheit – er könnte ein Wendepunkt sein.
