Alexander Zverev blickt auf eine bisher enttäuschende Tennissaison 2025 zurück. Der Hamburger spricht offen über seine Schwierigkeiten und mentalen Tiefs, aber auch über neue Hoffnungsmomente. Im Gespräch mit dem Podcast "Nothing Major" gab er zu: „Ehrlich gesagt war es aus persönlicher Sicht bisher ein schreckliches Jahr.“
Nach einem starken Start ins Jahr mit dem Einzug ins Finale der Australian Open schien alles möglich für Alexander. Doch dort unterlag er Jannik Sinner mit 3:6, 6:7 (4:7), 3:6 – ein weiterer Rückschlag in einem großen Finale. „Ich bin in dieses Match gegangen und dachte, ich werde gewinnen. In den anderen beiden hatte ich so viele Chancen – das waren Fünf-Satz-Kämpfe.“ Der Frust nach einer weiteren Finalniederlage war groß. Besonders das Duell mit Carlos Alcaraz bei den French Open 2024 sei für ihn eine riesige Herausforderung gewesen. „Gegen Carlos auf Sand zu spielen, ist im Moment eine der schwersten Aufgaben im Tennis.“
Fehlentscheidungen und mentale Krisen
Nach der Niederlage in Melbourne versäumte es Alexander, sich Zeit zur Erholung zu nehmen. „Ich habe den Fehler gemacht, nach dem Grand-Slam-Finale nur drei Tage zu Hause zu bleiben und bin dann direkt nach Argentinien geflogen.“ Diese Entscheidung belastete ihn nachhaltig. Zwar habe er in Argentinien privat schöne Momente erlebt, auf dem Tennisplatz sei die Motivation jedoch verschwunden gewesen. „Ich hatte das Gefühl, schrecklich Tennis zu spielen“, so Alexander. Das frühe Wiedereinsteigen in den Turnieralltag erwies sich als großer Fehler: „In gewisser Weise war ich für mehrere Monate ausgebrannt. Ich hatte keine Lust zu spielen, zu trainieren, ich hatte keinen Spaß mehr auf dem Platz.“
Diese Phase schlug sich auch in den Ergebnissen nieder. Zverev verlor mehrfach gegen Spieler, gegen die er normalerweise gewinnen würde – oft sogar nach einer Führung. Die Niederlage in der ersten Runde von Wimbledon gegen Arthur Rinderknech (7:6, 6:7, 3:6, 6:7, 4:6) war ein weiteres Beispiel dafür.
Neue Wege und frischer Mut
Trotz der anhaltenden Schwierigkeiten gibt es Lichtblicke. Seit Wimbledon trainiert Zverev immer wieder mit Toni Nadal, dem früheren Erfolgscoach von Rafael Nadal. Dieser Schritt könnte ein Signal für einen mentalen und sportlichen Neuanfang sein. Im Hinblick auf die US Open zeigt sich Zverev zuversichtlicher: Er wolle dort sein „bestes Tennis“ spielen.
Sein Ziel bleibt, das Jahr mit einem Erfolg bei einem Grand Slam zu krönen – trotz aller Rückschläge und einer durchwachsenen Saison. Viele Fans hoffen, dass er diesen Weg findet.
