Die Canadian Open der Herren steuern auf spannende Halbfinals zu, obwohl das Turnier im Vorfeld von mehreren prominenten Absagen überschattet wurde. Topgesetzter Alexander Zverev, ehemaliger Champion, trifft im Halbfinale auf den formstarken Karen Khachanov. Im zweiten Halbfinale kommt es zu einem rein amerikanischen Duell zwischen Taylor Fritz und Ben Shelton.
Die diesjährige ATP-Ranglistensituation ist etwas komplizierter als sonst. Die Punkte aus dem Vorjahr werden erst einige Tage nach Turnierende gestrichen, sodass sich viele Platzierungen aktuell nur vorläufig zeigen. Dennoch gibt es bereits sichtbare Gewinner und Verlierer in den Rankings.
Ranglisten im Wandel – wer profitiert, wer verliert
Am 28. Juli führte Jannik Sinner die Weltrangliste souverän mit 12.030 Punkten an, gefolgt von Carlos Alcaraz und Alexander Zverev. Da Sinner, Alcaraz, Djokovic und Draper in Montreal fehlten, bot sich für die übrigen Spieler eine besondere Gelegenheit, im Kampf um wertvolle Punkte Boden gutzumachen.
Nach den Ergebnissen der Canadian Open verschieben sich die Positionen an der Spitze nur leicht. Andrey Rublev klettert auf Rang zehn und verdrängt damit Lorenzo Musetti – zumindest solange, bis die neuen Punkte offiziell gezählt werden.
Alexander Zverev konnte seine Leistung aus dem Vorjahr deutlich verbessern. „Das gibt natürlich Selbstvertrauen für die nächsten Aufgaben im Sommer“, so Zverev nach seinem Viertelfinalsieg. Auch Taylor Fritz hat seinen zweiten Rundenverlust von 2024 wettgemacht und bleibt damit im Rennen um eine gute Setzlistenposition für die US Open.
Ben Shelton, der sich konstant nach oben gearbeitet hat, steht erstmals auf Rang sieben der Welt. Sollte er gegen Fritz gewinnen und das Turnier für sich entscheiden, würde er sogar Djokovic überholen und auf Platz sechs vorrücken. „Es fühlt sich gut an, diese Entwicklung zu sehen und ich will noch mehr erreichen“, sagte Shelton im Vorfeld des Halbfinales.
Karen Khachanov, 29 Jahre alt, steht nach sechs Jahren wieder im Halbfinale der Canadian Open. Aktuell ist er auf Platz 13 in den Live-Rankings und könnte mit einem Titelgewinn in die Top 10 zurückkehren.
Eine besondere, wenn auch kurzzeitige, Verbesserung gibt es für den Australier Alexei Popyrin, der nach dem Einzug ins Viertelfinale um sieben Plätze auf Rang 19 springt. Da seine 1.000 Punkte aus dem Vorjahr aber in wenigen Tagen gestrichen werden, fällt er bald aus den Top 30 heraus.
Etwas weiter hinten in der Rangliste verbessert sich Corentin Moutet auf Platz 44 und der junge Amerikaner Learner Tien klettert auf Platz 55.
Spieler unter Druck: Verluste durch Punktestreichungen
Neben den Gewinnern gibt es auch Verlierer. Popyrin wird nach dem Verlust der Vorjahrespunkte ein Minus von 800 Zählern verkraften müssen. Flavio Cobolli fällt nach seinem Scheitern im ATP-500-Turnier von Washington auf Rang 22 zurück. Sebastian Korda, nach einer Verletzung weiterhin nicht im Einsatz, verliert 12 Plätze und wird auf Rang 45 abrutschen. Auch Tomas Machac und Jordan Thompson werden einige Positionen verlieren.
Das Rennen um die besten Plätze in der Weltrangliste bleibt also weiterhin offen – und die nächsten Wochen versprechen noch viele spannende Veränderungen.
