Wenn Carlos Alcaraz im Halbfinale der US Open auf Novak Djokovic trifft, könnte der Spielplan eine entscheidende Rolle spielen. Das glaubt sein Trainer Juan Carlos Ferrero, der den Spanier seit 2019 betreut. Für beide ist es das neunte Duell, bisher führt Djokovic im direkten Vergleich mit 5:3. Auf Hartplatz hat der Serbe sogar alle drei Begegnungen gewonnen.
Vorteile durch Tagesbedingungen
Alcaraz hat in New York bislang keinen Satz verloren und marschierte souverän ins Halbfinale. Dennoch will Ferrero die Favoritenrolle nicht annehmen. „Carlos spielt spektakulär, mit viel Selbstvertrauen, aber ich wage nicht zu sagen, dass er Favorit ist. Novak wird alles geben, es wird sehr hart“, erklärte der frühere Weltranglistenerste gegenüber spanischen Medien.
Ferrero erinnerte zudem an das Duell in Australien, bei dem Djokovic im Vorteil gewesen sei: „Das war schmerzhaft, weil dort die Bedingungen anders waren. Wir haben nachts gespielt, der Ballabsprung war niedriger, die Bälle flacher – das hat ihm geholfen. Hier denke ich, dass es besser für uns ist, wenn wir tagsüber spielen.“
Das Aufeinandertreffen in New York macht die Grand-Slam-Sammlung komplett: Beide standen sich bereits bei den anderen drei Major-Turnieren gegenüber. Alcaraz reist mit beeindruckender Form an – 35 seiner letzten 36 Matches hat er gewonnen, einzig im Wimbledon-Finale gegen Jannik Sinner musste er sich geschlagen geben.
Mentale Stärke als Schlüssel
Besonders beeindruckt zeigt sich Ferrero von der geistigen Reife seines Schützlings: „Wir wussten immer, dass er spielerisch stark ist, aber auf mentaler Ebene sehe ich ihn so gut wie nie zuvor. In diesem Turnier zeigt er eine Konstanz ohne Auf und Ab und erreicht das Potenzial, das wir immer gesehen haben.“
Alcaraz sei zwar noch jung, befinde sich jedoch in einem Reifeprozess: „Er macht pro Satz kaum fünf, sechs Fehler. Das ist der Unterschied im Vergleich zu früher.“
Djokovic zwischen Erfahrung und körperlichen Sorgen
Djokovic hat in diesem Turnier mit Schulter-, Fuß- und Rückenproblemen zu kämpfen. Nach seinem Viertelfinalsieg gegen Taylor Fritz gab er offen zu: „Im Moment fühle ich mich nicht sehr frisch. Zum Glück habe ich zwei Tage Pause, das hilft sehr. Die nächsten Tage sind entscheidend, um den Körper in Form zu bringen und bereit zu sein für fünf Sätze, falls nötig.“
Gleichzeitig betonte er seine Entschlossenheit: „Ich liebe es, große Matches auf großer Bühne zu spielen. Ich weiß, dass mein bestes Tennis nötig sein wird, und normalerweise wachse ich an diesen Aufgaben. Ich werde alles mit meinem Team tun, um fit zu sein.“
Sollte Djokovic gewinnen, stünde er erstmals seit 14 Monaten wieder in einem Grand-Slam-Finale und erstmals seit 2023 in New York. Für Alcaraz hingegen wäre es das erste US-Open-Endspiel seit seinem Triumph von 2022.
