Alexander Zverev hat nach seinem Auftaktsieg beim Shanghai Masters scharfe Kritik an den Turnierverantwortlichen geäußert. Der Hamburger wirft ihnen vor, die Platzverhältnisse gezielt so zu gestalten, dass Carlos Alcaraz und Jannik Sinner regelmäßig in den Endspielen der großen Turniere stehen.
„Ich hasse es, wenn alles gleich ist, ehrlich gesagt“, sagte Alexander deutlich. „Ich glaube, die Turnierdirektoren gehen bewusst in diese Richtung, weil sie natürlich wollen, dass Jannik und Carlos bei jedem Turnier gut abschneiden. Heute kann man auf fast jedem Belag gleich spielen. Ich mag das nicht, ich bin kein Fan davon.“
Zverevs Kritik kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Debatte über die Vereinheitlichung der Spielflächen wieder an Fahrt aufnimmt. Schon Roger Federer hatte kürzlich im Podcast Served with Andy Roddick bemängelt, dass die Tour kaum noch Unterschiede zwischen Sand-, Rasen- und Hartplätzen biete. „Wir sollten sehen, wie Alcaraz oder Sinner auf blitzschnellen Courts zurechtkommen – und dann auf sehr langsamen. Das wäre interessant“, sagte Federer.
Fehlende Vielfalt im modernen Tennis
Für Alexander steht fest, dass die einheitlichen Bedingungen dem Spiel schaden. „Tennis braucht verschiedene Spielstile, Tennis braucht ein bisschen Abwechslung, und das fehlt uns im Moment“, erklärte der 27-Jährige. Der Olympiasieger, bekannt für seinen kraftvollen Aufschlag, würde von schnelleren Plätzen profitieren, sieht sich aber stattdessen auf Courts, die auf lange Ballwechsel ausgelegt sind.
Diese Kritik dürfte auf der Tour Wellen schlagen. Alcaraz und Sinner dominieren die Saison 2025 mit konstanter Form und mehreren Finalduellen. Alexander derzeit einer ihrer engsten Verfolger im Ranking, glaubt, dass die Bedingungen entscheidend zu dieser Dominanz beitragen.
Mit seinen klaren Worten greift Alexander ein Thema auf, das viele Spieler beschäftigt, aber nur wenige offen ansprechen: die schwindende Vielfalt im modernen Tennis – und die Frage, ob sportliche Chancengleichheit noch gegeben ist.
