Holger Rune erlebte beim Shanghai Masters 2025 ein Debakel der besonderen Art. Der an Nummer elf gesetzte Däne verlor im Viertelfinale überraschend gegen den Monegassen Valentin Vacherot mit 6:2, 6:7 (4:7), 4:6 – und machte dabei mit einem lautstarken Wutausbruch gegen sein eigenes Team Schlagzeilen.
Frust und Hitze bringen Rune aus dem Gleichgewicht
Nach einem dominanten ersten Satz schien Holger klar auf Halbfinalkurs. Doch Vacherot, die Nummer 204 der Welt, kämpfte sich mit großem Einsatz zurück und gewann einen über 80 Minuten dauernden zweiten Satz. Im entscheidenden Durchgang geriet Holger körperlich an seine Grenzen – wie zuvor schon Jannik Sinner und Daniil Medvedev litten auch er unter den extremen Bedingungen in Shanghai.
Bei 3:3 im dritten Satz verlor der 21-Jährige seinen Aufschlag zu null, nachdem er zuvor lautstark auf seine Box geschimpft hatte. Zu seinen Unterstützern auf der Tribüne gehörten seine Mutter Aneke, Trainer Lars Christensen und Fitnesscoach Marco Panichi. In seiner Verzweiflung rief Rune: „Was soll ich tun?“
Panichi, der bereits mit Novak Djokovic und Jannik Sinner gearbeitet hat, antwortete ruhig: „Spiel den Ball mit der richtigen Länge. Das ist alles.“
Nerven liegen blank – Vacherot nutzt die Chance
Für den Dänen war die Szene sinnbildlich für einen Nachmittag, an dem er die Kontrolle verlor. Nach einer Verwarnung wegen Zeitverzögerung und weiteren Fehlern am Netz gab er das Match schließlich nach knapp drei Stunden auf. Vacherot nutzte die Schwäche seines Gegners eiskalt aus und feierte den größten Sieg seiner bisherigen Karriere.
Während der 26-jährige Außenseiter nun auf Novak Djokovic im Halbfinale trifft, bleibt Rune einmal mehr mit der Frage zurück, wie er seine Emotionen besser in den Griff bekommen kann – besonders unter Druck und in der Hitze von Shanghai.
