Valentin Vacherot sprach nach seinem sensationellen Sieg über Novak Djokovic in Shanghai von einem „unwirklichen Erlebnis“. Der 25-jährige Monegasse hatte den 24-fachen Grand-Slam-Champion mit 6:3, 6:4 bezwungen und damit nicht nur sein erstes Masters-Finale erreicht, sondern auch Tennisgeschichte geschrieben.
Vom Ersatzspieler zum Geschichtsschreiber
Noch vor einer Woche wusste Vacherot nicht einmal, ob er überhaupt antreten würde. „Ich bin nicht einmal als Qualifikant gekommen, sondern als Ersatzspieler“, sagte er. „Nach sechs Monaten Pause ist es nie leicht, zurückzukommen. Du kannst nicht einfach auftauchen und Turniere gewinnen. Du musst dich durchkämpfen.“
Der Monegasse hatte in Shanghai fünf gesetzte Spieler ausgeschaltet, darunter Holger Rune und Alexander Bublik. Djokovic, sichtbar angeschlagen, fand keine Antwort auf Vacherots aggressive Grundschläge und wuchtigen Aufschlag.
„Ich realisiere noch gar nicht, was passiert ist“, gab Vacherot zu. „Schon allein, auf der anderen Seite des Netzes von Novak zu stehen, war eine unglaubliche Erfahrung. Es waren eine Stunde und 40 Minuten purer Freude – auch wenn nicht viele wollten, dass ich weitermache.“
Ein Finale mit familiärer Note
Mit seinem Erfolg wird Vacherot in der Weltrangliste auf Rang 58 klettern – ein gewaltiger Sprung für jemanden, der erst vor Kurzem wieder ins Turniergeschehen eingestiegen ist. Sollte er den Titel holen, winkt ihm sogar der Eintritt in die Top 40.
Im Finale trifft er ausgerechnet auf seinen Cousin Arthur Rinderknech, der sich zuvor gegen Daniil Medvedev durchgesetzt hatte. Für beide ist es das bislang größte Match ihrer Karriere – und eines, das über die Tenniswelt hinaus Aufmerksamkeit weckt.
