Holger Rune, die Nummer 10 der Welt, verletzte sich im Halbfinale des ATP-250-Turniers in Stockholm gegen Ugo Humbert. Er führte bereits mit einem Satz, musste jedoch aufgeben. Später bestätigte der 22-Jährige: Die Achillessehne ist „komplett gerissen“. Die Ausfallzeit dürfte sechs bis zwölf Monate betragen.
Scharfe Kritik an Turnierpflichten
Runés Mutter Aneke, die ihren Sohn häufig begleitet, machte gegenüber der dänischen Zeitung B.T. die ATP-Regularien mitverantwortlich. „Es hat schlicht zu viele Pflichtturniere gegeben“, sagte sie. „Turniere, an denen die Spieler teilnehmen müssen und bei Nichtantritt finanziell stark bestraft werden. Die Spieler haben über die Saison hinweg einfach keine Zeit, sich richtig zu erholen.“
Sie beschrieb einen vollen Kalender ohne echte Pausen: „Was eine Woche mit leichtem Training und Auftanken hätte sein können, ist nun eine hektische Turnierwoche mit Matches im Zwei-Tage-Rhythmus sowie verpflichtenden Medienterminen. Es gibt keine Ruhe – weder körperlich noch mental.“ Außerdem brauche es gezielte Trainingsphasen: „Man muss über die gesamte Saison auch körperlich arbeiten, das Spiel optimieren und Verletzungen vorbeugen. Für ganz normale, gesunde, toptrainierte Körper ist es fast unmöglich, bei allem, was erwartet wird, das ganze Jahr über scharf zu bleiben.“
Was die Regeln verlangen
Für das Ranking zählen die vier Grand Slams, acht verpflichtende Masters-1000-Turniere sowie weitere Starts, insgesamt 19 Events, 20 mit ATP Finals. Bonusprämien werden gekürzt, wenn zu viele Pflichtturniere fehlen. Rune spielte 2025 bereits 20 ATP-Events und verpasste keines der ersten acht Masters-1000-Turniere, dazu fünf ATP-500-Starts.
Forderung nach Anpassung
„Es gibt unzumutbare Strafen bei Absagen, statt dessen sollte man die Qualität erhöhen, indem frische und ausgeruhte Spieler auf dem Platz stehen“, sagte Aneke Rune. Kürzungen sollten „prozentual in Relation zur gespielten Menge und gemeldeten Absagen“ erfolgen, „statt sie um alles zu bringen“. Ihr Fazit: „Holger ist der jüngste Fall in einer Reihe Verletzter, oft ermüdungsbedingt. Es ist inakzeptabel, dass das Wohl der Spieler nicht stärker berücksichtigt wird, während der Druck stetig steigt.“
