Mit dem Beginn der Sandplatzsaison wird das Ranking auf der ATP-Tour für einige der größten Namen im Männer-Tennis zu einem heiklen Thema. In dieser Phase zählt nicht nur die aktuelle Form, sondern auch, wie viele Punkte aus dem Vorjahr verteidigt werden müssen. Genau daraus entsteht in den kommenden Wochen erheblicher Druck für mehrere Spieler an der Spitze.
Besonders deutlich ist die Lage bei Carlos Alcaraz. Der Weltranglistenerste hat auf Sand 4.300 Punkte zu verteidigen und steht damit vor der schwierigsten Aufgabe im Feld. Er gewann im vergangenen Jahr Monte Carlo und Rom, erreichte das Finale in Barcelona und holte erneut den Titel bei den French Open. Das bedeutet: Schon kleine Rückschritte würden sein Konto spürbar schrumpfen lassen. Für Jannik Sinner öffnet sich dadurch eine klare Chance, den Abstand im Ranking weiter zu verkürzen.
Alcaraz und Sinner stehen im Mittelpunkt
Während Alcaraz fast nur verlieren kann, ist die Ausgangslage für Sinner günstiger. Der Italiener muss auf Sand 1.900 Punkte verteidigen, hat jedoch zugleich Raum, um an mehreren Stellen zuzulegen. Im Vorjahr verpasste er Teile der Sandplatzphase wegen einer Dopingsperre, zeigte später jedoch mit dem Finaleinzug in Rom und Roland Garros, dass er sich auch auf diesem Belag stark entwickelt hat. Nun kann er zusätzlich in Monte Carlo und Madrid angreifen. Deshalb wirkt ein baldiger Wechsel an der Spitze realistisch.
Alexander Zverev geht mit 1.410 zu verteidigenden Punkten in diese Wochen. Für ihn ist die Lage etwas offener. Im vergangenen Jahr war er auf Sand nicht durchgehend stabil, stand jedoch im Finale von Roland Garros und gewann das ATP-500-Turnier in München. Zuletzt gab es in Miami wieder leichte Anzeichen einer Verbesserung. Genau daran muss er nun anknüpfen, wenn er seinen Platz unter den Besten behaupten will.
Musetti und Ruud drohen Rückschläge
Lorenzo Musetti zählt ebenfalls zu den Spielern mit viel Risiko. Der Italiener hat 2.300 Punkte auf Sand zu verteidigen, nachdem er 2025 in Monte Carlo, Madrid, Rom und Paris starke Ergebnisse geliefert hatte. Das Problem ist seine Fitness. Seit seiner Aufgabe bei den Australian Open wirkt seine Situation fragil. Sollte er nicht rechtzeitig in Bestform kommen, könnte das Ranking schnell leiden.
Auch Casper Ruud steht unter Zugzwang. Der Norweger muss 1.500 Punkte schützen, darunter den Titel aus Madrid. Zwar hat er auf Sand über Jahre hinweg seine Qualität bewiesen, jedoch fehlte ihm in den vergangenen Monaten oft die Konstanz. Genau deshalb droht ihm in dieser Phase ein Rückschlag.
Die Sandplatzsaison wird damit nicht nur sportlich wichtig. Für Alcaraz, Sinner, Musetti, Ruud und Zverev kann sie die Rangliste neu ordnen.
