Lorenzo Musetti hat in Madrid nicht nur zwei Siege geholt, sondern auch eine Erklärung dafür geliefert, warum ihm dieses Turnier derzeit besonders liegt. Der Weltranglisten-Neunte steht bei seiner erst zweiten Teilnahme in der Runde der letzten 32, nachdem er Hubert Hurkacz und Tallon Griekspoor ohne Satzverlust besiegt hat.
Für den Italiener liegt der entscheidende Unterschied weniger im Sand selbst als in den Bedingungen über dem Meeresspiegel. „Der große Unterschied dieses Turniers im Vergleich zu anderen ist die Höhe, denn hier spielen wir auf 500 bis 600 Metern“, sagte Musetti. „Es ist nicht wirklich der Sand, der sich verändert.“
Ein Belag mit eigenem Rhythmus
Musetti sieht in Madrid eine Mischung, die seinem Spiel entgegenkommt. Der Ball springt anders ab, nimmt mehr Effet an und macht Varianten wichtiger. „Ehrlich gesagt passen die Bedingungen sehr gut zu meinem Spiel. Ich mag es, wenn der Ball den Spin annimmt, den ich mit meiner Rückhand oder meinem Aufschlag will, und ich spüre, dass der Ball hier viel rotiert, und auch der Slice funktioniert sehr gut.“
Ganz problemlos ist die Anpassung jedoch nicht. Besonders bei der Vorhand sieht Musetti eine Schwachstelle, weil sie unter diesen Bedingungen schwerer zu kontrollieren sein kann. Genau darin liegt auch die Besonderheit von Madrid: Es ist ein Sandplatzturnier, spielt sich jedoch schneller und verlangt von den Spielern eine andere Balance zwischen Angriff und Geduld.
Geduld nach der Verletzung
Auch körperlich musste Musetti in den vergangenen Monaten einen vorsichtigeren Weg wählen. Nach seiner Verletzung gegen Novak Djokovic bei den Australian Open brauchte er mehr Zeit als geplant. „Jede Verletzung ist anders“, sagte der 24-Jährige. „Es ist immer schwierig, aufzuhören zu spielen und eine Zeit lang aus dem Circuit raus zu sein. Man sieht andere spielen, und man will dort sein, aber man kann nichts dagegen tun.“
Eigentlich wollte er in Miami wieder bereit sein, entschied sich dann jedoch für eine spätere Rückkehr. „Dein Körper sagt dir, wann du zurückkommen sollst“, erklärte Musetti. Dabei betonte er die Bedeutung seines Umfelds: „Du musst deinem Team und den Menschen um dich herum vertrauen. Sie kennen das richtige Timing für die Erholung.“
Große Aufschläger als nächster Test
Seine bisherigen und möglichen Gegner verändern die Aufgabe zusätzlich. Hurkacz, Griekspoor und Jiri Lehecka gehören für Musetti zu den Spielern mit starkem Aufschlag. „Wenn du die Mentalität hast, das Turnier zu gewinnen, musst du gegen jeden antreten, egal wer auf der anderen Seite des Platzes steht.“
Gegen Lehecka erwartet er wenige freie Punkte beim Return, jedoch auch mehr Fehlerchancen als gegen Spieler, die lange Ballwechsel suchen.
