Ben Shelton hat seinen Titel beim Canadian Open erfolgreich verteidigt und dabei vor allem gezeigt, dass sein Spiel inzwischen mehr zu bieten hat als einen starken Aufschlag. Der 23-Jährige besiegte Brandon Nakashima im Finale von Montreal mit 6:3, 7:6(4) und gab während des gesamten Turniers keinen Satz ab.
Nach frühen Niederlagen bei den French Open und in Wimbledon kommt dieser Erfolg zu einem wichtigen Zeitpunkt. Ben steigt wieder auf Platz sechs der ATP-Weltrangliste und löst Taylor Fritz als bestplatzierten US-Amerikaner ab.
Der Return macht den Unterschied
Sheltons Aufschlag gehörte bereits zuvor zu seinen größten Stärken. In Montreal überzeugte er jedoch vor allem in einem Bereich, in dem er bislang deutlich weniger erfolgreich gewesen war: beim Return und beim Erarbeiten von Breaks.
Der Amerikaner selbst sieht genau darin den größten Fortschritt. „Für mich war diese Woche ein riesiger Schritt nach vorne, ich würde sogar sagen, größer als das, was ich letztes Jahr in Toronto gemacht habe, wegen der Art und Weise, wie ich es gemacht habe.“
Ben erklärte weiter: „Ich fand, ich war viel konsequenter, fokussierter. Zeitweise war ich ein Elite-Returnspieler. Aber die Art und Weise, wie ich Aufschläge breaken konnte, die Art, wie ich das gemacht habe, meine Fähigkeit, defensiv und offensiv zu spielen – ich freue mich darüber, wie ich mich entwickle.“
Damit verändert sich auch die Bewertung seines Spiels. Wenn Ben neben seinem Aufschlag regelmäßiger Druck beim Return erzeugen kann, muss er nicht mehr ausschließlich darauf vertrauen, eigene Aufschlagspiele zu dominieren.
Sinner und Alcaraz bleiben das Ziel
Den Vergleich mit Jannik Sinner und Carlos Alcaraz scheut Shelton nicht. Vielmehr sieht er die beiden als Orientierung.
„Ich liebe es, Leute vor mir zu haben, denen ich hinterherjagen kann“, sagte Shelton. „Das war meine ganze Karriere so. Ich war nie einfach der Beste. Ich habe immer die Besten gejagt.“
Dabei geht es ihm nicht nur darum, aufzuschließen. Shelton weiß auch, dass jüngere Spieler nachkommen. „Ich denke, Tennis ist ein Spiel, in dem man sich ständig verbessern muss, sonst wird man überholt, man wird im Staub zurückgelassen.“
Als vierter Spieler in diesem Jahrhundert nach Andy Murray, Novak Djokovic und Rafael Nadal verteidigte Shelton den Kanada-Titel erfolgreich. Noch wichtiger für seine weitere Entwicklung ist jedoch, wie er gewann: ohne Satzverlust und mit einem deutlich wirkungsvolleren Returnspiel.
