Tommy Paul und Daniil Medvedev haben die zweite Runde der US Open erreicht, allerdings auf unterschiedlichen Wegen. Paul verlor gegen Coleman Wong zunächst einen Satz und gewann danach 6:7 (3), 6:1, 6:3, 6:3. Medvedev kontrollierte sein Match gegen den Qualifikanten Hugo Gaston beim 6:4, 6:2, 6:4 von Beginn an. Beide überzeugten.
Paul reagiert nach dem Fehlstart deutlich
Der Amerikaner brauchte im Louis Armstrong Stadium einen Satz, um seine Position zu finden. Nach dem verlorenen Tiebreak gab er in den folgenden drei Durchgängen nur noch sieben Spiele ab. Besonders seine druckvolle Vorhand, die ihm den Vergleich mit einem aus der Hüfte schießenden Revolvermann einbringt, prägte die Wende.
Pauls Erfolg besitzt für das Gastgeberland zusätzliche Bedeutung. Nach der Absage von Jannik Sinner und den offenen Formfragen bei Carlos Alcaraz wirkt das Männerfeld weniger festgelegt. Fünf Amerikanern wird zugetraut, die lange Durststrecke im Herreneinzel bei Grand-Slam-Turnieren zu beenden. Seit Andy Roddicks US-Open-Sieg 2003 gewann kein Amerikaner mehr einen Major-Titel im Einzel.
In Runde zwei trifft Paul auf Dino Prizmic. Der Kroate musste gegen Alexander Shevchenko über fünf Sätze gehen. Paul kommt ebenfalls nicht völlig unbelastet weiter, vermied nach seinem schwachen Beginn aber ein langes Entscheidungsmatch. Seine Reaktion ab dem zweiten Satz ist deshalb wichtiger als der verlorene Auftakt.
Medvedev vermeidet die Erinnerung an 2025
Medvedev ließ Gaston im Arthur Ashe Stadium keine vergleichbare Öffnung. Der Russe gewann in drei Sätzen und kehrte damit an den Ort seines größten Karriereerfolgs zurück, den er fünf Jahre zuvor gefeiert hatte. Das klare Ergebnis unterscheidet sich deutlich von seinem Auftritt im Vorjahr, als Benjamin Bonzi ihn bereits in Runde eins besiegte.
Gaston hatte sich über die Qualifikation ins Hauptfeld gespielt, konnte Medvedev aber in keinem Satz zu einer Verlängerung zwingen. Der frühere Champion hielt das Match in einem kontrollierten Rahmen und sparte damit Kraft für die kommenden Runden. Gerade in einem offener wirkenden Turnier ist ein geradliniger Start wertvoll.
Zu den frühen Siegern gehörte außerdem Jiri Lehecka. Der Tscheche bezwang Pablo Carreno Busta 6:1, 7:6 (5), 4:6, 6:2. Auch er gab einen Satz ab, reagierte aber im vierten Durchgang klar.
Paul und Medvedev haben mit ihren Siegen noch keine Rangordnung im Turnier verändert. Sie erfüllten jedoch die erste Voraussetzung, um die Unsicherheit im Feld zu nutzen. Paul bewies Anpassungsfähigkeit nach Rückstand, Medvedev Stabilität ohne Umweg. Beide Varianten bringen sie weiter, bevor die Aufgaben deutlich schwerer werden.
