Drei österreichische Einzelspielerinnen und Einzelspieler sollen am Donnerstag bei den US Open antreten. Die prominenteste Bühne erhält Lilli Tagger: Die Osttirolerin trifft im zweiten Match nach 11 Uhr Ortszeit auf dem Grandstand auf Amanda Anisimova. Zuvor eröffnen Iga Swiatek und Nadia Podoroska das Programm auf diesem Platz.
Der Ablauf steht allerdings unter einem Vorbehalt. Nach einem bereits verspäteten Mittwoch wird für Donnerstag hohe Feuchtigkeit erwartet. Regen oder andere wetterbedingte Unterbrechungen könnten die Planung erneut verschieben. Für Tagger bedeutet das, dass eine klare Position im Tagesprogramm noch keine verlässliche Startzeit garantiert.
Potapova beginnt ohne vorheriges Match
Anastasia Potapova hat auf Court 6 zumindest strukturell mehr Planungssicherheit. Sie eröffnet dort gegen die Französin Leolia Jeanjean. Wenn die Plätze rechtzeitig bespielbar sind, muss sie nicht auf das Ende einer vorherigen Partie warten. Diese Ausgangslage erleichtert die unmittelbare Vorbereitung, beseitigt aber das allgemeine Wetterrisiko nicht.
Tagger muss dagegen den Verlauf zwischen Swiatek und Podoroska beobachten. Ein kurzes Auftaktmatch könnte ihren Einsatz beschleunigen, ein langes Duell oder eine Unterbrechung die Wartezeit erheblich verlängern. Gegen Anisimova wird es wichtig sein, trotz dieser Unsicherheit körperlich und mental bereit zu bleiben.
Rodionov geht als Außenseiter ins Match
Jurij Rodionov komplettiert das österreichische Programm auf Court 11. Er spielt um den Einzug in die dritte Runde gegen Jakub Mensik, die Nummer 17 des Turniers. Die Setzung und der Rang seines Gegners weisen Rodionov die klare Außenseiterrolle zu. Gerade in einem Grand-Slam-Match kann diese Verteilung jedoch auch bedeuten, dass der Druck stärker auf Mensik liegt.
Die drei Begegnungen verlangen damit unterschiedliche Formen der Anpassung. Potapova kann sich auf einen festen Platzbeginn vorbereiten, Tagger auf eine große Arena und einen variablen Start, Rodionov auf einen höher gesetzten Gegner. Über allem steht die Frage, wie viel Tennis der Spielplan tatsächlich zulässt. Das Organisationsteam hatte den Mittwoch trotz Verzögerungen weitgehend beendet, offenbar auch mit Blick auf die schlechtere Vorhersage. Für das österreichische Trio zählt nun, Wartezeiten nicht mit Passivität zu verwechseln. Sobald gespielt werden kann, bleibt für jede und jeden nur die konkrete Aufgabe auf dem eigenen Platz.
Für die jungen österreichischen Hoffnungen ist die Bühne Teil der Prüfung. Der Grandstand bringt Tagger mehr Publikum und eine andere Geräuschkulisse als kleinere Plätze. Potapova muss ohne Vorlauf sofort konkurrenzfähig sein, während Rodionov gegen Mensik kaum Anlaufzeit für Schwächephasen hat. Wetterpausen können diese Unterschiede noch verschärfen, weil Routinen wiederholt neu begonnen werden müssen. Erfolgreich ist am Ende nicht, wer den perfekten Tagesplan erhält, sondern wer Veränderungen akzeptiert und beim ersten Ballwechsel dennoch eine klare Idee besitzt.
