Nick Kyrgios darf offiziell in den Profisport zurückkehren. Der Australier akzeptierte nach einem positiven Kokaintest beim ATP-250-Turnier auf Mallorca im Juni eine einmonatige Sperre.
Am 4. August war Kyrgios vorläufig suspendiert worden. Damit stand seine Karriere nach Jahren voller Verletzungen und mit nur wenigen Einsätzen erneut vor einem ungewissen Kapitel.
When Nick Kyrgios rattled Rafa Nadal in 2017 Cincinnati pic.twitter.com/q99uQoGQOc
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Der Fall hätte eine Sperre von bis zu vier Jahren nach sich ziehen können. Die International Tennis Integrity Agency (ITIA) akzeptierte jedoch, dass Kyrgios das Kokain außerhalb eines Wettbewerbs konsumiert hatte und seine Erklärung mit den Ermittlungsergebnissen übereinstimmte.
Kyrgios erklärte sich außerdem bereit, an einem Therapieprogramm teilzunehmen. Dadurch konnte die reguläre Sanktion von drei Monaten auf einen Monat reduziert werden. Seine Sperre endete am 3. September. Der 31-Jährige kann sich nun wieder auf sein zunehmend kompliziertes Comeback konzentrieren.
Kurze Sperre nach schwerem Rückschlag
Nick wurde am 22. Juni positiv getestet – kurz bevor er beim Rasenturnier auf Mallorca antreten sollte. Zuvor hatte er bei einem nächtlichen Ausgehen aus gesellschaftlichen Gründen Kokain konsumiert.
Nach einer Untersuchung und der Beratung durch einen unabhängigen wissenschaftlichen Experten eines WADA-akkreditierten Labors kam die ITIA zu dem Schluss, dass die Umstände für einen Verstoß außerhalb des Wettbewerbs sprachen.
Die Sanktion hat dennoch Konsequenzen. Der gebürtige Canberraner verliert das Preisgeld und die Weltranglistenpunkte, die er auf Mallorca gewonnen hatte. Zudem wird das Therapieprogramm zu einem wichtigen Bestandteil seiner Rückkehr.
Der Zeitpunkt ist besonders relevant, weil Kyrgios in den vergangenen Jahren viel daran gearbeitet hat, seinen Körper wieder in einen Zustand zu bringen, der regelmäßige Wettkämpfe ermöglicht.
Eine vollständige Rekonstruktion seines rechten Handgelenks im Jahr 2024 war die schwerste von mehreren Verletzungen in seiner von Rückschlägen geprägten Karriere.
Seit Oktober 2022 hat Nick lediglich zehn Einzelmatches bestritten. Damit durchlebt er die schwierigste Phase seiner Tennis-Laufbahn – nur wenige Monate, nachdem er Novak Djokovic im Wimbledon-Finale herausgefordert hatte.
Seit dem Turnier auf Mallorca hat der Australier kein Einzelmatch mehr bestritten. Seinen jüngsten Einsatz absolvierte er in Wimbledon im Herrendoppel an der Seite von Alexander Bublik.
Ein unerwarteter Weg zurück zu den Australian Open
Kyrgios ist wieder spielberechtigt. Damit fällt ein großes Hindernis für eine mögliche Rückkehr bei den Australian Open im kommenden Januar weg. Seit 2022 ist der Publikumsliebling nur einmal in Melbourne angetreten. Entsprechend groß dürfte sein Wunsch sein, mindestens noch einmal vor heimischem Publikum zu spielen.
Der Fall hat allerdings einen unangenehmen Hintergrund. Nick hatte sich zuvor lautstark zu Dopingfällen anderer Spieler geäußert. Sein positiver Test sorgte deshalb bei mehreren Mitgliedern der Tennisgemeinschaft für Kritik.
Diese Reaktionen verleihen einem ohnehin schwer einzuschätzenden Comeback eine zusätzliche Dimension. Aus sportlicher Sicht bleibt die Geschichte jedoch höchst spannend. Kyrgios stand bereits in einem Major-Finale, doch mit 31 Jahren läuft ihm die Zeit auf der großen Tennisbühne nicht mehr in demselben Maß davon wie früher.
Vorerst zählt vor allem, dass seine Sperre abgelaufen ist. Der Australier erhält damit eine weitere Chance herauszufinden, ob in dem außergewöhnlichen Talent, das ihn einst zu einem der unberechenbarsten Stars des Tennissports machte, noch etwas steckt.
Nick hat Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic jeweils sechsmal besiegt und ihnen in den meisten Duellen große Probleme bereitet.
