Gaël Monfils hat bei den US Open sein letztes Grand-Slam-Match bestritten, sein beruflicher Weg nach dem Tennis steht jedoch bereits fest. Der Franzose will nach dem Karriereende im Finanzwesen arbeiten und hat nach eigener Aussage einen Vertrag bei einem Schweizer Unternehmen unterschrieben. Dort soll er in der Vermögensverwaltung tätig werden.
Nach dem letzten Major folgt Paris
Learner Tien beendete Monfils’ Grand-Slam-Laufbahn in der zweiten Runde von New York. Der Amerikaner gewann 6:3, 6:4, 6:3. Das Publikum unterstützte dennoch den Franzosen, obwohl mit Tien ein Lokalmatador auf der anderen Seite stand.
Gaël verlässt die Major-Bühne mit 131 Siegen und 70 Niederlagen. Seine besten Resultate waren zwei Halbfinalteilnahmen: 2008 bei den French Open und 2016 bei den US Open. Einen Grand-Slam-Titel gewann er nicht. Gegen die prägenden Spieler seiner Generation blieb die Bilanz schwierig. Gegen Roger Federer gewann Monfils vier von 14 Partien, gegen Rafael Nadal zwei von 16 und gegen Novak Djokovic keine von 20.
Seine gesamte Tenniskarriere ist noch nicht beendet. Gaël will die Saison in Paris abschließen. Ob er bis dahin seinen 13 Einzeltiteln einen weiteren hinzufügen kann, bleibt offen.
Ein ungewöhnlich konkreter Plan
Viele Profis lassen nach dem Rücktritt zunächst offen, ob sie als Trainer, Kommentator oder Funktionär im Tennis bleiben. Gaël hat sich dagegen für einen Bereich außerhalb des unmittelbaren Tourbetriebs entschieden. „Ich werde im Finanzwesen arbeiten. Ich habe bereits einen Vertrag unterschrieben, um in der Vermögensverwaltung eines Schweizer Unternehmens zu arbeiten“, sagte er nach seinem Match.
Der konkrete Vertrag macht die Ankündigung glaubwürdiger als eine allgemeine Interessenbekundung. Monfils wechselt nicht nur das Arbeitsfeld, sondern auch den Alltag. Statt Turnierplanung und Matchvorbereitung wartet eine Tätigkeit, deren Rhythmus nicht von Draws und Reisetagen bestimmt wird.
Ganz aus dem Tennis wird er dennoch nicht verschwinden. Seine Frau Elina Svitolina steht bei den US Open in der dritten Runde. Wegen ihr werde er den Sport weiter verfolgen. Monfils bezeichnete sich künftig aber „eher als Finanztyp“ und erwartet nicht, sich im kommenden Jahr ähnlich intensiv mit Tennis zu beschäftigen.
Diese Distanz wirkt bewusst gewählt. Die Niederlage gegen Tien schließt das wichtigste Kapitel seiner Karriere, ohne ein Vakuum zu hinterlassen. Bis Paris bleibt Monfils Spieler. Danach beginnt nicht die Suche nach einer Aufgabe, sondern ein bereits vereinbarter Beruf. Das unterscheidet seinen Abschied von vielen offenen Übergängen im Profisport.
