Alexander Zverev hat 2026 mehr Grand-Slam-Titel gewonnen als jeder andere Mann. Trotzdem reicht das Nicolas Escude noch nicht, um den Deutschen mit Carlos Alcaraz und Jannik Sinner auf eine Stufe zu stellen. Der frühere Weltranglisten-17. macht dabei weniger die Anzahl der Titel als den Weg zu diesen Erfolgen zum entscheidenden Maßstab.
Zverev gewann zunächst die French Open gegen Flavio Cobolli in fünf Sätzen und setzte sich später im US-Open-Finale in vier Sätzen gegen Ben Shelton durch. Damit steht der 29-Jährige bei zwei Grand-Slam-Titeln. Alcaraz gewann 2026 die Australian Open, Sinner triumphierte in Wimbledon.
Warum Escude die direkten Duelle zum Maßstab macht
Für Escude ist Zverevs Saison außergewöhnlich, doch die Einordnung in ein neues „Big Three“ verlangt aus seiner Sicht einen weiteren Schritt. „Er ist noch nicht Teil der Big Three mit Carlos Alcaraz und Jannik Sinner“, sagte der Franzose.
Sein Argument orientiert sich am früheren Aufstieg von Novak Djokovic neben Rafael Nadal und Roger Federer. „Er wird dazugehören, wenn er Grand Slams gewinnt, indem er sie schlägt.“ Djokovic sei damals wirklich Teil der Big Three geworden, als er begann, Nadal und Federer zu bezwingen.
Dieser Maßstab erklärt, warum Zverevs zwei Major-Titel die Hierarchie für Escude noch nicht vollständig verändern. Alcaraz fehlte sowohl bei den French Open als auch in Wimbledon wegen einer Handgelenksverletzung. Sinner musste die US Open wegen Knieproblemen aufgeben. Zverev besiegte bei seinen beiden Grand-Slam-Triumphen deshalb keinen der beiden.
Zverev selbst ordnet die Kräfteverhältnisse vorsichtig ein
Bemerkenswert ist, dass Zverev die Situation ähnlich differenziert betrachtet. Auf die Frage, ob er derzeit der beste Spieler der Welt sei, antwortete er: „Man muss alles berücksichtigen.“
Mit Sinners Verletzung und Alcaraz' Rückkehr nach vier Monaten Pause sei die Antwort aktuell „wahrscheinlich ja“. Bei voller Fitness beider Konkurrenten sieht Zverev die Lage jedoch anders.
„Wenn alle gesund sind, denke ich, dass Jannik immer noch vorne liegt. So einfach ist das.“
Damit entsteht ein klares Bild: Zverev hat 2026 die erfolgreichste Grand-Slam-Bilanz, doch Escudes Forderung betrifft nicht nur Titel. Für ihn entscheidet auch, gegen wen diese Titel gewonnen werden. Genau dort liegt derzeit die Grenze zwischen einer herausragenden Saison und der Aufnahme in ein neues „Big Three“.
