Steve Darcis sieht im aktuellen Format nicht mehr den Davis Cup

by Faruk Imamovic
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Steve Darcis sieht im aktuellen Format nicht mehr den Davis Cup
© BelgaImage/X/Fair Use

Belgien tritt im Davis Cup gegen Österreich ohne Alexander Blockx und Raphaël Collignon an. Damit fehlt Kapitän Steve Darcis ein erheblicher Teil der ursprünglich erwarteten Stärke. Statt drei Spielern aus den Top 50 steht ihm nur noch einer zur Verfügung.

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Darcis zeigt Verständnis für die Absage des 21-jährigen Blockx. Nach dessen Viertelfinale bei den US Open schmerzte der Körper, hinzu kamen ein Wechsel des Belags, die Reise und der Jetlag. Gauthier Onclin und Kimmer Coppejans rücken dadurch stärker in den Mittelpunkt der belgischen Planung.

Die personellen Probleme verstärken Darcis’ grundsätzliche Kritik am Wettbewerb. „Ich habe von Anfang an gesagt, dass das für mich nicht der Davis Cup ist. Das ist der World Cup of Tennis“, erklärte er. Gemeint sind vor allem das Best-of-three-Format und die Verteilung der Begegnung auf nur zwei Tage.

Ein großer Name braucht eine klare Identität

Darcis kann sich einen Zweijahresrhythmus vorstellen. Eine solche Reform würde Termine im Kalender freimachen und könnte die Bereitschaft der Spitzenspieler erhöhen. Sie würde jedoch allein nicht garantieren, dass Verletzte oder erschöpfte Profis tatsächlich antreten.

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Das Duell in Österreich zeigt beide Seiten des Problems. Blockx’ Absage ist medizinisch und reisetechnisch nachvollziehbar. Für die Veranstaltung bedeutet sie trotzdem, dass ein wichtiges junges Gesicht fehlt. Zuschauer kaufen Karten für ein Nationenduell, erleben aber eine Mannschaft, deren Aufstellung stark vom Tourkalender bestimmt wird.

Darcis verfügt weiterhin über taktische Optionen. Die österreichische Wahl von Sand als Belag zu diesem Zeitpunkt der Saison bezeichnete er als ungewöhnlich, aber legitim. Auch den Veranstaltungsort beim Wiener Athletiksport Club bewertete er positiv. Seine Kritik richtet sich somit nicht gegen den Gastgeber, sondern gegen die Struktur des Wettbewerbs.

Belgien muss nun eine sportliche Antwort finden. Zizou Bergs trägt als verbliebener Top-50-Spieler größere Verantwortung, während Coppejans und Onclin die entstandenen Lücken füllen sollen. Österreich gewinnt durch die Ausfälle eine bessere Ausgangslage, ohne dass die Begegnung automatisch entschieden wäre.

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Gerade ein kurzes Format kann einzelne Überraschungen stärker belohnen und die nominelle Rangliste schnell relativieren.

Der traditionelle Davis Cup lebte von langen Duellen, Heimvorteil und einer besonderen Mannschaftsdynamik. Das kompakte Format erhöht die Planbarkeit, schwächt für Darcis jedoch genau diese Identität. Seine Mannschaft reist nach Wien, während ihr Kapitän zugleich für einen Wettbewerb kämpft, den er in dieser Form kaum wiedererkennt.

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