Jurij Rodionov hat Österreich den entscheidenden Punkt für den Einzug in die Davis-Cup-Finalrunde gesichert. Der 27-Jährige besiegte Zizou Bergs im Wiener Prater mit 7:6 (6), 6:3 und stellte den 3:1-Endstand gegen Belgien her. Damit gehört das Team von Kapitän Jürgen Melzer wie im Vorjahr zu den acht Mannschaften, die in Bologna um den Titel spielen.
Tiebreak dreht einen offenen ersten Satz
Nach dem Doppelsieg von Lucas Miedler und Neil Oberleitner ging Jurij mit einer Führung für Österreich auf den Platz. Er schaffte das erste Break zum 4:2, konnte den Vorteil aber nicht halten. Bergs gelang sofort das Rebreak und der Belgier wehrte beim Stand von 5:6 zwei Satzbälle ab.
Im Tiebreak geriet Jurij selbst unter Druck. Einen Satzball wehrte er mit einem Aufschlag auf den Körper ab. Seine dritte eigene Chance nutzte er schließlich, als Bergs einen Doppelfehler produzierte. Der erste Satz war damit nicht nur gewonnen; er verschob auch die psychologische Last auf den favorisierten Belgier.
Rodionov übernimmt im zweiten Durchgang
Der Beginn des zweiten Satzes brachte drei Breaks in Folge. Jurij war anschließend der erste Spieler, der seinen Aufschlag zum 3:1 bestätigte. Mit einem weiteren Break zum 4:1 setzte er sich entscheidend ab und zwang Bergs zu einer späten Aufholjagd.
Bergs verkürzte noch einmal auf 3:5, doch Rodionov antwortete sofort. Nach zwei Stunden und 19 Minuten verwandelte der Österreicher seinen ersten Matchball zum 6:3. „Das ist unglaublich“, sagte er noch auf dem Platz.
Die Reaktion war nachvollziehbar. Rodionov hatte bereits am Freitag gegen Gauthier Onclin den ersten österreichischen Punkt geholt und wurde damit zum erfolgreichsten Einzelspieler des Wochenendes. Gegen Bergs gewann er nicht durchgehend überlegen, sondern löste die entscheidenden Situationen besser.
Österreich besitzt eine belastbare Teamstruktur
Der erneute Einzug in die Final Eight bestätigt, dass Österreich auch ohne eine dauerhaft verfügbare Topbesetzung konkurrenzfähig ist. Miedler und Oberleitner lieferten den wichtigen Doppelpunkt, Rodionov übernahm in beiden Einzeln Verantwortung. Diese Rollenverteilung gibt Melzer mehr als einen Weg zum Gesamtsieg.
Der Viertelfinalgegner wird am Dienstag um 12 Uhr ausgelost. Das Turnier findet vom 24. bis 29. November in Bologna statt. Dort steigt das Niveau deutlich, und Österreich wird gegen breiter besetzte Teams möglicherweise weniger Fehlertoleranz besitzen. Der Erfolg gegen Belgien zeigt jedoch, dass die Mannschaft enge Sätze, wechselndes Momentum und Favoritendruck aushält. Rodionovs Sieg liefert deshalb nicht nur das Ticket, sondern auch ein belastbares Muster für die Finalrunde.
