Stefanos Tsitsipas hat in Kosice beide Einzel gewonnen, Griechenlands Aufstieg in die höchste Davis-Cup-Weltgruppe damit jedoch nicht sichern können. Die Slowakei setzte sich in der Begegnung der Weltgruppe I durch, weil sie das Doppel und beide Partien gegen Stefanos Sakellaridis für sich entschied.
Tsitsipas brachte sein Land am Samstag mit einem 7:6(3), 6:4 gegen Norbert Gombos zum 1:1. Am Sonntag reagierte er im Duell der Spitzenspieler auf einen verlorenen ersten Satz und schlug Alex Molcan mit 2:6, 6:3, 6:4. Damit stellte der 28-Jährige noch einmal auf 2:2 und bestätigte seine zuletzt verbesserte Form.
Die Begegnung kippte außerhalb des Spitzeneinzels
Die Slowakei fand ihren Weg zum Gesamtsieg dort, wo Griechenland weniger Tiefe besaß. Sakellaridis verlor zunächst deutlich gegen Molcan und unterlag im entscheidenden letzten Einzel auch Gombos in zwei Sätzen. Dazwischen verloren Stefanos und Petros Tsitsipas das Doppel, wodurch der griechische Spitzenspieler sein Team nicht allein über die Ziellinie bringen konnte.
Das Ergebnis zeigt die besondere Rechnung im Davis Cup. Zwei Einzelsiege des besten Akteurs sind enorm wertvoll, ergeben aber noch keinen Mannschaftssieg. Mindestens ein weiterer Punkt muss aus dem zweiten Einzel oder dem Doppel kommen. Griechenland gelang genau das nicht, obwohl Tsitsipas seine maximale Ausbeute lieferte.
Für den Topspieler bleibt die Reise sportlich trotzdem positiv. Er gewann an zwei Tagen gegen unterschiedliche Gegner und bewältigte gegen Molcan einen Satzrückstand. Die Belastung eines solchen Wochenendes verlangt schnelle Anpassung, weil individuelle Erholung und die Verantwortung für das Team gleichzeitig wirken.
Serbien demonstriert den Gegenentwurf
Serbien erreichte die Qualifiers 2027 auch ohne Novak Djokovic mit einem 4:0 gegen Litauen. Miomir Kecmanovic und Hamad Medjedovic sorgten für die Einzelpunkte, nach dem Doppel stand der Gesamtsieg bereits fest. Der 19-jährige Ognjen Milic feierte anschließend in seinem zweiten Einsatz den ersten Erfolg für sein Land.
Dieser Vergleich macht Griechenlands Problem sichtbar, ohne Tsitsipas’ Leistung abzuwerten. Serbien konnte die Verantwortung verteilen; Griechenland war auf zwei perfekte Tage seines besten Spielers angewiesen und benötigte trotzdem einen zusätzlichen Beitrag.
Die Slowakei steigt nun in die Qualifiers der höchsten Ebene auf. Griechenland bleibt die Erkenntnis, dass Tsitsipas wieder wichtige Matches gewinnen kann. Für den nächsten Schritt muss das Team jedoch eine zweite verlässliche Punktquelle entwickeln, besonders im Doppel oder hinter seiner klaren Nummer eins.
