Spanien und Großbritannien haben die letzten beiden Plätze für das Davis-Cup-Finalturnier in Bologna gesichert. Beide Mannschaften entschieden ihre Begegnungen bereits im Doppel und zeigten dabei, wie wirkungsvoll ein ausgeglichener Kader sein kann, wenn ein großer Einzelstar fehlt.
Spanien trat in Santiago ohne Carlos Alcaraz an und musste zugleich die intensive chilenische Heimkulisse bewältigen. Daniel Merida drehte das Auftakteinzel gegen Alejandro Tabilo nach verlorenem ersten Satz und gewann 5:7, 6:3, 6:3. Danach ließ Rafael Jodar Christian Garin beim 6:0, 6:2 kaum Raum für eine Reaktion.
Spanien verteilt die Verantwortung
Pedro Martinez und Jaume Munar vollendeten den Erfolg am Sonntag mit einem 6:0, 6:3 im Doppel gegen Tomas Barrios Vera und Tabilo. Die Begegnung war damit nach drei Matches entschieden. Spaniens Leistung beruhte nicht auf einem überragenden Akteur, sondern auf vier Spielern, die ihre jeweiligen Rollen erfüllten.
Gerade das Fehlen von Alcaraz macht diesen Sieg aussagekräftig. Die Mannschaft musste ihre Struktur verändern, ohne ihre Ambition zu senken. Merida bewies Widerstandskraft, Jodar setzte früh ein klares sportliches Signal, und das eingespielte Doppel verhinderte, dass die chilenischen Zuschauer noch einmal Einfluss auf einen langen Entscheidungstag nehmen konnten.
Großbritannien folgte in London einem ähnlichen Muster. Toby Samuel und Arthur Fery sorgten gegen Ecuador für die 2:0-Führung. Anschließend besiegten Henry Patten und Neal Skupski die Doppelspezialisten Gonzalo Escobar und Diego Hidalgo mit 6:3, 6:4. Harry Wendelken erhöhte später auf den 4:0-Endstand.
Bologna verlangt dieselbe Flexibilität
Das Finalturnier findet vom 24. bis 29. November statt. Neben Spanien, Großbritannien und Deutschland haben sich Österreich, Südkorea, Tschechien und Kanada qualifiziert. Gastgeber und Titelverteidiger Italien war direkt gesetzt.
In Bologna kann eine einzige schwache Position eine Begegnung schnell entscheiden. Die Qualifikationssiege von Spanien und Großbritannien liefern deshalb ein wichtiges Signal: Beide Teams können Punkte aus mehreren Aufstellungen gewinnen. Das schützt sie vor einer vollständigen Abhängigkeit von einem Topstar und erweitert die taktischen Möglichkeiten ihrer Kapitäne.
Die deutlichen Gesamtergebnisse dürfen allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Ausgangslagen anspruchsvoll waren. Spanien spielte auswärts ohne Alcaraz, Großbritannien traf auf ein starkes ecuadorianisches Doppel. Beide lösten diese Aufgaben früh. Genau diese Mischung aus Einzelstärke und verlässlichem Doppel macht sie beim Final 8 gefährlich.
Zudem vermieden beide Mannschaften ein entscheidendes fünftes Match, in dem Form und Favoritenrollen schnell an Bedeutung verlieren können.
