Die ATP-250-Turniere in Hangzhou und Chengdu beginnen ihre Hauptfelder erst am Mittwoch. Auch die Endspiele finden dadurch nicht am üblichen Sonntag, sondern am folgenden Dienstag statt. Der ungewöhnliche Ablauf schafft Platz vor dem Masters in Shanghai, das mit 96 Spielern über zwölf Tage ausgetragen wird.
Für Profis und Zuschauer verändert sich damit ein eingespielter Rhythmus. Normalerweise startet ein Hauptfeld am Montag und endet am Sonntag. In China wird die Turnierwoche verlängert und nach hinten verschoben, damit der Übergang zum vorletzten Masters des Jahres funktioniert.
Zwei zusätzliche Tage helfen nach New York und dem Davis Cup
Der Abstand zu den US Open und zu den Davis-Cup-Begegnungen ist knapp. Einige Nationalmannschaftsduelle endeten erst am vergangenen Sonntag. Der Mittwochstart bietet Spielern zwei zusätzliche Tage für Reise und Erholung, ohne dass Hangzhou oder Chengdu vollständig aus dem Kalender weichen müssen.
Daniil Medvedev führt das Feld in Hangzhou an, wo auch Andrey Rublev antritt. Im Doppel startet Lucas Miedler gemeinsam mit Quentin Halys. In Chengdu ist Valentin Vacherot erstmals bei einem ATP-Turnier der höchstplatzierte Spieler des Feldes. Als Vorjahressieger von Shanghai steht er während der chinesischen Turnierphase besonders im Blickpunkt.
Die Anpassung unterscheidet sich von den erweiterten Masters in Rom und Madrid. Dort wurden die umliegenden Turniere nicht auf dieselbe Weise verschoben. In China treffen jedoch mehrere Belastungen unmittelbar aufeinander: ein Grand Slam, der Davis Cup, zwei 250er-Veranstaltungen und anschließend ein zwölftägiges Masters.
Laver Cup und Ranglistenpunkte teilen die Spitzengruppe
Alexander Zverev und Carlos Alcaraz spielen in dieser Woche ebenfalls, entschieden sich jedoch für den finanziell höher dotierten Laver Cup in London. Dort werden keine Weltranglistenpunkte vergeben. Anschließend reisen auch sie nach Asien, um in Shanghai anzutreten.
Diese Wahl zeigt die unterschiedliche Funktion der Woche. Hangzhou und Chengdu bieten Punkte und Matchpraxis unter regulären Tourbedingungen. Der Laver Cup bietet Teamformat, Aufmerksamkeit und höhere finanzielle Anreize, ohne direkten Einfluss auf die Rangliste.
Der verschobene Start löst den dichten Kalender nicht grundsätzlich. Er verteilt die Belastung jedoch etwas besser und hält den regionalen Turnierblock zusammen. Für die Spieler bleibt die Entscheidung anspruchsvoll: Wer früh nach China reist, kann Punkte sammeln, muss dafür aber ein verlängertes Turnier bis Dienstag einplanen. Wer London wählt, gewinnt kein Rankingkapital und hat danach eine längere Reise. Der ungewöhnliche Wochenrhythmus ist damit weniger eine Kuriosität als ein sichtbarer Kompromiss im überfüllten Herbstkalender.
