McEnroe sieht im Grand-Slam-Boykott das stärkste Druckmittel der Profis

by Faruk Imamovic
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McEnroe sieht im Grand-Slam-Boykott das stärkste Druckmittel der Profis
© TheTennisLetter/X/Fair Use

John McEnroe hält einen Boykott von Grand-Slam-Turnieren für das wirksamste Druckmittel der Spielerinnen und Spieler im Streit um Einnahmen und Mitbestimmung. Der siebenmalige Major-Sieger verlangt nicht nur höhere Preisgelder, sondern eine partnerschaftliche Rolle der Aktiven bei den vier wichtigsten Veranstaltungen des Sports.

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Die Debatte läuft seit März 2025, als eine Gruppe führender Profis eine größere Beteiligung an den Einnahmen der Australian Open, der French Open, von Wimbledon und der US Open forderte. Zu den Beteiligten gehörten Carlos Alcaraz, Jannik Sinner, Aryna Sabalenka, Iga Swiatek und Coco Gauff.

Ein Rat beendet den Konflikt noch nicht

Nach den US Open 2026 wurde die Bildung eines Grand-Slam-Spielerrats vereinbart. Die Gruppe erklärte daraufhin die öffentliche Phase ihrer Kampagne für beendet, behielt sich jedoch ausdrücklich eine Wiederaufnahme vor, falls das neue Gremium keine Fortschritte erzielt.

McEnroe geht diese Lösung nicht weit genug. „Die Spieler sollten Partner der Majors sein“, sagte er beim Laver Cup in London. Aus seiner Sicht erzeugt der geringe Anteil an den Erlösen zwangsläufig Reibung. Den entscheidenden Hebel sieht er in einem Verzicht: Nur ein Boykott von einem oder zwei Turnieren könne den Forderungen genügend Gewicht geben.

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Ein Boykott träfe beide Seiten hart

Die Drohung ist glaubwürdig, weil Grand Slams ihre wirtschaftliche Stärke mit den größten Namen aufbauen. Fehlen die Stars geschlossen, verlieren Übertragungen, Sponsoren und Ticketverkäufe an Wert. Gleichzeitig würden die Profis auf Preisgeld, Ranglistenpunkte und seltene Titelchancen verzichten. Gerade Spieler außerhalb der Spitze könnten diesen Ausfall kaum tragen.

Sabalenka hatte bereits im Mai erklärt, ein Boykott könne irgendwann der einzige Weg sein, um für die Rechte der Aktiven zu kämpfen. Bei den French Open beschränkten mehrere Profis zudem ihre Pressekonferenzen, nachdem die Gruppe das Preisgeld kritisiert hatte. Diese Aktion blieb deutlich unter einem Startverzicht, zeigte jedoch die Bereitschaft zu koordiniertem Handeln.

Der neue Spielerrat verschiebt die Entscheidung zunächst an den Verhandlungstisch. Seine Wirkung hängt davon ab, ob er Zugang zu belastbaren Finanzdaten erhält und mehr als eine beratende Funktion ausüben kann. McEnroes Forderung bleibt deshalb als Eskalationsstufe bestehen.

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Entscheidend ist zudem, ob Männer und Frauen gemeinsam handeln. Getrennte Interessen würden den Veranstaltern erlauben, Zugeständnisse aufzuteilen und den Druck zu verringern.

Ein Boykott wäre kein symbolischer Protest, sondern eine kostspielige Machtprobe. Genau darin liegt nach McEnroes Logik seine Stärke: Erst wenn beide Seiten real etwas verlieren können, wird aus Anhörung echte Verhandlungsmacht.

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