Grigor Dimitrov musste seinen geplanten Start beim Challenger in Porto wenige Stunden vor dem ersten Match absagen. Nach einer Trainingswoche in Portugal verhinderte eine Verletzung am linken Knie den Einsatz. Für den früheren Weltranglistendritten ist es der nächste Rückschlag in einer langen Serie körperlicher Probleme.
Dimitrov wollte in Porto Spielpraxis und Punkte sammeln, nachdem er in der Weltrangliste bis auf Rang 127 abgerutscht war. Ein Challenger bot dafür ein passendes Umfeld: starke Konkurrenz, aber weniger Erwartungsdruck als bei einem großen ATP-Turnier. Die kurzfristige Absage nimmt ihm nun genau jene Kontinuität, die sein Comeback benötigt.
Fünf Grand Slams endeten vorzeitig
Zwischen Wimbledon 2024 und Wimbledon 2025 musste Dimitrov bei fünf aufeinanderfolgenden Majors aufgeben. Besonders schmerzhaft blieb sein Achtelfinale gegen Jannik Sinner auf dem Rasen. Der Bulgare führte 6:3, 7:5, 2:2 und spielte herausragend, als ein Riss des rechten Brustmuskels das Match beendete. Sinner gewann später den Titel.
Zu diesem Zeitpunkt stand Dimitrov noch auf Rang 21. Sein Comeback folgte erst im Januar 2026, doch zunächst reihte sich Niederlage an Niederlage. Die lange Pause hatte nicht nur Fitness gekostet, sondern auch Matchrhythmus und Ranglistenposition.
Wimbledon brachte kurzzeitig neue Hoffnung
Im Sommer 2026 gelang Dimitrov erneut ein bemerkenswerter Lauf in London. Nach Siegen gegen Matteo Berrettini und Jakub Mensik erreichte er das Achtelfinale. Dort unterlag er dem britischen Lokalspieler Arthur Fery erst im Tiebreak des fünften Satzes.
Zuletzt kämpfte sich Dimitrov erfolgreich durch die Qualifikation der US Open. Diese Ergebnisse deuteten an, dass sein Niveau für anspruchsvolle Matches weiterhin reicht. Die Frage war weniger die Qualität einzelner Auftritte als die Fähigkeit, mehrere Turnierwochen ohne neue Unterbrechung zu verbinden.
Die Knieverletzung verschiebt diese Prüfung erneut. Über Schwere und Ausfalldauer liegen bislang keine Angaben vor, weshalb eine schnelle Rückkehr ebenso möglich bleibt wie eine weitere Pause. Bei einem 35-Jährigen mit der jüngsten Vorgeschichte wird das Team Belastung und Zeitplan besonders vorsichtig steuern müssen.
Dimitrovs Ranking macht regelmäßige Starts zugleich wichtiger. Ohne direkte Plätze in großen Hauptfeldern steigt der Aufwand über Qualifikationen und Challenger. Jeder verpasste Termin erschwert den Weg zurück, obwohl seine besten Matches weiterhin zeigen, dass das sportliche Potenzial nicht verschwunden ist.
Porto sollte eine kleine, kontrollierbare Stufe dieses Aufbaus sein. Nun wird die medizinische Einschätzung bestimmen, ob der nächste Versuch noch während der Hallensaison sinnvoll bleibt.
