Team Europe hat seit der Premiere 2017 seinen siebten Laver-Cup-Titel gewonnen. Für Rennae Stubbs ist die Bilanz jedoch kein Beleg dafür, dass das Format sportlich stark genug ist. Die frühere Doppel-Weltranglistenerste sieht die Veranstaltung als Ausstellung, bei der ihr ein überzeugender Grund fehlt, emotional Partei zu ergreifen.
„Einer der Gründe, warum ich den Laver Cup nicht unbedingt gern anschaue, ist, dass es mir egal ist. Es ist wirklich eine Ausstellung“, sagte Stubbs. Sie erkennt an, dass die Spieler gewinnen wollen, stellt aber infrage, ob die Aufteilung in Europa und Welt dauerhaft einen ausgeglichenen Wettbewerb erzeugt. Die jüngste Kritik an der Besetzung von Team World verstärkt dieses Problem.
Frauen könnten das Kräfteverhältnis verändern
Stubbs schlägt deshalb einen gemischten Wettbewerb zwischen Europa und Amerika vor. Ein solches Modell könnte Spielerinnen wie Coco Gauff und Jessica Pegula auf amerikanischer Seite sowie Aryna Sabalenka und Elena Rybakina für Europa einbinden. Die Auswahl würde die Identifikation verändern und zugleich mehr mögliche Paarungen schaffen.
Der Vorschlag ist mehr als eine kosmetische Ergänzung. Wenn Männer und Frauen gemeinsam Punkte für ihre Teams holen, verteilt sich die Qualität auf breitere Kader. Eine schwächere Phase in einem Bereich könnte durch den anderen ausgeglichen werden. Gleichzeitig entstünden neue taktische Fragen bei Aufstellung und Gewichtung, statt dass das Ergebnis vor allem von der Tiefe der europäischen Männer abhängt.
Gerade nach sieben europäischen Erfolgen würde eine breitere Auswahl das bekannte Kräfteverhältnis neu ordnen, ohne den regionalen Grundgedanken aufzugeben.
Das Ereignis braucht einen klareren sportlichen Einsatz
Stubbs’ zentrale Kritik lautet nicht, dass die Spieler ohne Ehrgeiz antreten. „Ja, sie wollen gewinnen“, sagte sie, doch dieser Wille allein schafft noch keine Bedeutung für Zuschauer. Ein Einladungsturnier muss entweder durch besonders ausgeglichene Teams, ungewöhnliche Duelle oder eine starke Identität erklären, warum sein Ergebnis zählt.
Ein gemischtes Format könnte diese Identität liefern, ohne den Charakter des Laver Cups vollständig aufzugeben. Es würde weiterhin um regionale Teams gehen, aber mit einem größeren Teil der Weltspitze und einer weniger vorhersehbaren Kräfteverteilung. Der siebte europäische Titel zeigt, wie stabil das bisherige Muster geworden ist. Stubbs fordert deshalb nicht einfach mehr Namen. Sie fordert eine Struktur, in der das Teamkonzept wieder echte Unsicherheit erzeugt und damit aus einer Ausstellung einen Wettbewerb macht, dessen Ausgang das Publikum stärker beschäftigt.
