Arthur Fils steht beim ATP-500-Turnier in Tokio im Achtelfinale, obwohl der Weltranglistenneunte den ungewöhnlichen Weg durch die Qualifikation nehmen musste. Der Franzose hatte die Meldefrist für das Hauptfeld verpasst und konnte seinen Platz deshalb nicht über seine Ranglistenposition erhalten.
„Wir wussten nicht, ob ich in Tokio spielen würde“, erklärte Arthur. Die Entscheidung sei erst nach seinem Match bei den US Open gefallen, zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits sechs oder sieben Stunden zu spät. Statt das Turnier auszulassen, meldete er für die Qualifikation.
Der Top-Ten-Status erhöhte den Druck
Diese Lösung war sportlich riskant. Ein Spieler auf Rang neun erwartet bei einem 500er-Turnier normalerweise einen gesetzten Platz, besonders wenn er die Veranstaltung bereits gewonnen hat. Fils musste dagegen zwei zusätzliche Matches bestreiten, in denen eine frühe Niederlage seinen neuen Status sofort überschattet hätte. Gleichzeitig erhöhte jedes Qualifikationsmatch die körperliche Belastung vor dem eigentlichen Hauptfeld.
„Ich glaube, das war ehrlich gesagt eine meiner größten Herausforderungen in diesem Jahr“, sagte der 22-Jährige. Er sei gerade erst in die Top Ten gekommen und habe deshalb gespürt, dass er in der Qualifikation „in gewisser Weise“ nicht verlieren dürfe.
Die Anspannung zeigte sich gegen Martin Damm. Arthur gab den ersten Satz mit 2:6 ab, drehte das Match jedoch. Auch gegen Kamil Majchrzak benötigte er drei Sätze. Im Hauptfeld wirkte er anschließend deutlich freier und besiegte seinen Landsmann Luca Van Assche mit 6:3 und 6:2.
Tiafoe wird zum echten Belastungstest
Der zusätzliche Aufwand hat Fils Spielpraxis gebracht, aber auch seinen Weg durch das Tableau erschwert. Weil er ungesetzt ins Hauptfeld kam, trifft er bereits im Achtelfinale auf Frances Tiafoe. Der US-Amerikaner steht in der Weltrangliste genau einen Platz vor ihm und ist ebenfalls noch im Rennen um die ATP Finals.
Damit endet die kuriose Geschichte nicht mit der erfolgreichen Qualifikation. Das Duell mit Tiafoe prüft, ob Fils nach drei Partien noch genügend Energie besitzt und seinen entspannteren Auftritt aus der ersten Hauptrunde bestätigen kann.
Sein Umgang mit dem Meldefehler spricht bereits für mentale Anpassungsfähigkeit. Fils hätte über die organisatorische Panne klagen können. Stattdessen akzeptierte er die schwierigere Route und gewann drei Matches. Gegen Tiafoe geht es nun darum, aus dieser Rettungsaktion einen sportlich wertvollen Turnierlauf zu machen. Ein weiterer Sieg würde die verpasste Frist endgültig zur Randnotiz machen.
