Medvedev akzeptiert fünf Sätze als Preis für Grand-Slam-Tradition

by Faruk Imamovic
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Medvedev akzeptiert fünf Sätze als Preis für Grand-Slam-Tradition
© Djoko_UTD/X/Fair Use

Daniil Medvedev würde persönlich lieber über drei Gewinnsätze spielen, hält das Best-of-five-Format bei Grand-Slam-Turnieren aber weiterhin für vertretbar. Damit nimmt der Russe eine pragmatische Position in einer Diskussion ein, die nach einem außergewöhnlich langen Match zwischen Carlos Alcaraz und Ben Shelton neue Nahrung erhielt.

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Alcaraz und Shelton spielten fünf Sätze und beendeten ihre Partie erst nach 3.30 Uhr. Solche Nächte führen regelmäßig zu Forderungen nach kürzeren Begegnungen, weil die Belastung für Spieler, Zuschauer und den Turnierablauf erheblich ist. Alcaraz widersprach dennoch einer Abschaffung und argumentierte, ein Wechsel würde einen Teil der Grand-Slam-Geschichte und ihrer besonderen Bedeutung zerstören.

Persönliche Vorliebe und sportliche Bedeutung

Medvedev formulierte den Gegensatz offen. „Ich denke, das nimmt den Grand Slams definitiv etwas von ihrer Geschichte. Aber schon seit meiner Jugend sage ich: Ich bevorzuge drei Sätze. Wenn Sie mich also fragen, spielen wir drei“, sagte er. Die Entscheidung liege bei den Verantwortlichen, und er könne mit beiden Varianten umgehen.

Seine Haltung trennt Komfort von Wettbewerbskultur. Best-of-three-Partien sind planbarer und reduzieren das Risiko extremer Spielzeiten. Fünf Sätze ermöglichen dagegen größere taktische Anpassungen, längere Wendungen und Comebacks, die zum Profil der vier wichtigsten Turniere gehören.

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Eine Rückkehr zu Best-of-five-Endspielen bei Masters-Turnieren lehnt Medvedev deutlicher ab. Dort würde die zusätzliche Belastung in einen engeren Kalender fallen, ohne denselben historischen Stellenwert wie bei den Grand Slams zu besitzen.

Formstärke erhöht die Relevanz

Medvedev äußerte sich aus einer sportlich starken Position. Nach seinem Titel in Hangzhou besiegte er in Peking Pablo Carreño Busta und trifft nun auf Jan-Lennard Struff. Gleichzeitig liegt er im Rennen um die ATP Finals in Turin auf Rang acht, mehr als 500 Punkte vor Rafael Jodar auf Platz neun.

Für ihn können lange Matches im weiteren Saisonverlauf deshalb konkrete Folgen haben. Jeder zusätzliche Satz kostet Energie, die in einem engen Qualifikationskampf später fehlen könnte. Trotzdem fordert Medvedev keine Regeländerung zu seinem eigenen Vorteil.

Die eigentliche Aufgabe liegt bei den Turnierplanern. Ein Fünfsatzformat muss nicht zwangsläufig zu einem Ende tief in der Nacht führen. Frühere Ansetzungen, realistische Pausen und eine Begrenzung zu später Starts könnten die Belastung mindern, ohne die sportliche Struktur zu verändern.

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Medvedevs Position bietet dafür einen brauchbaren Mittelweg: Die Grand Slams dürfen anders bleiben, weil ihre Prüfungen anders sein sollen. Der Kalender rundherum muss jedoch so organisiert werden, dass diese Besonderheit nicht durch vermeidbare Nachtspiele zur gesundheitlichen und organisatorischen Schwäche wird.

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