Daniil Medvedev hat seinen erfolgreichen Herbst beim ATP-Turnier in Peking fortgesetzt. Der Russe besiegte Pablo Carreño Busta mit 6:4, 6:2 und trifft nun auf Jan-Lennard Struff, der das bislang letzte Duell der beiden in Wimbledon gewonnen hatte.
Medvedev kam unmittelbar nach seinem Titelgewinn in Hangzhou nach Peking und zeigte keine erkennbare Anlaufphase. Zwölf Asse, 26 Gewinnschläge und nur 18 unerzwungene Fehler gaben ihm die Kontrolle. Besonders wertvoll war, dass er alle drei Breakbälle gegen sich abwehrte und Carreño Busta damit keine Möglichkeit gab, die Dynamik der Partie zu verändern.
Langsamer Platz, schnelles Ergebnis
Die Bedingungen verlangten dennoch eine Anpassung. „Das ist ein anderes Tennis im Vergleich zu Hangzhou. Der Platz ist extrem langsam, vor allem in der Day Session“, sagte Medvedev. Seine Statistik zeigt, wie gut er die Umstellung bewältigte: Statt ungeduldig nach schnellen Punkten zu suchen, hielt er die Fehlerzahl niedrig und nutzte seine Chancen konsequent.
Der erste Satz blieb bis zum entscheidenden Break eng. Im zweiten Durchgang konnte Medvedev den Druck erhöhen, weil sein Aufschlag weiterhin unangreifbar blieb. Das klare 6:2 war deshalb weniger eine Folge spektakulärer Serien als das Ergebnis dauerhaft besserer Kontrolle.
Diese Form ist für sein Saisonfinale besonders wichtig. Medvedev liegt im aktuellen Rennen um die ATP Finals auf Rang acht und verteidigt damit den letzten direkten Qualifikationsplatz. Jeder Sieg stabilisiert seine Position, während ein früher Ausfall den Verfolgern Raum geben würde.
Struff bringt eine andere Prüfung
Struff wird Medvedev weniger Zeit für lange Ballwechsel lassen als Carreño Busta. Der Deutsche sucht früh den direkten Weg zum Punkt und kann auf langsamem Untergrund besonders dann gefährlich werden, wenn sein erster Aufschlag die Grundlage für den nächsten Angriff schafft.
Der Rasen von London ist mit Peking zwar kaum vergleichbar, doch der Wimbledon-Sieg zeigt, dass sein Spiel Medvedev Schwierigkeiten bereiten kann. Für den Russen wird entscheidend sein, Struffs erste Angriffswelle zu neutralisieren und ihn zu zusätzlichen Schlägen zu zwingen.
Medvedev geht als formstärkerer Spieler in das Duell. Der Titel von Hangzhou und der souveräne Auftakt in Peking belegen, dass er verschiedene Bedingungen lösen kann. Struff besitzt jedoch genau die offensive Klarheit, die einen Favoriten aus seinem kontrollierten Muster drängen kann.
Damit wird das Achtelfinale auch zu einem Test für Medvedevs Turin-Ambitionen. Ein weiterer Sieg würde den aktuellen Lauf verlängern und zeigen, dass seine Stabilität nicht nur gegen geduldige Grundlinienspieler trägt, sondern auch gegen einen Gegner, der jeden kurzen Ball sofort bestrafen will.
