Lucas Miedler und Neil Oberleitner haben bei ihrem ersten gemeinsamen Auftritt auf der ATP Tour sofort ein Match gewonnen. Das österreichische Doppel besiegte Alexander Blockx und Alex Michelsen in Tokio mit 6:4, 7:6 (5) und zog ohne Satzverlust ins Viertelfinale ein.
Ganz neu ist die Partnerschaft allerdings nicht. Lucas und Neil hatten bereits im Davis Cup in Wien gemeinsam einen wichtigen Punkt gegen Belgien geholt. Diese Erfahrung gab ihnen eine Grundlage, die in Tokio besonders im engen zweiten Satz sichtbar wurde.
Der Tiebreak bestätigt die gemeinsame Stabilität
Der erste Durchgang endete mit einem kontrollierten 6:4. Im zweiten Satz konnten Blockx und Michelsen den Abstand verringern und das Duo in den Tiebreak zwingen. Dort hielten die Österreicher ihre Ordnung und entschieden die Kurzentscheidung mit 7:5.
Für ein neu zusammengestelltes Doppel sind solche Phasen aufschlussreicher als ein klarer Satz. Aufschlagreihenfolge, Netzbewegungen und die Auswahl des returnierenden Spielers müssen unter Zeitdruck funktionieren. Lucas und Neil konnten dabei auf die gemeinsame Davis-Cup-Partie zurückgreifen, statt jede Situation erstmals lösen zu müssen.
Beide waren zuletzt mit anderen Partnern unterwegs. Neil spielte häufiger mit dem Tschechen Petr Nouza, Miedler trat in der vergangenen Woche an der Seite des Franzosen Quentin Halys an. Der Erfolg in Tokio zeigt, dass ihre individuellen Erfahrungen in einer österreichischen Kombination schnell zusammenfinden können.
Im Viertelfinale steigt die Prüfung
Nun treffen Miedler und Oberleitner auf die an Nummer zwei gesetzten Théo Arribagé und Albano Olivetti. Dieses Duell wird zeigen, ob der Auftaktsieg mehr als ein gelungener Einstieg war. Gegen ein etabliertes gesetztes Team müssen die Österreicher vor allem ihre Aufschlagspiele schützen, weil wenige verlorene Punkte über einen Satz entscheiden können.
Parallel feierten Alexander Erler und Robert Cash in Peking einen wichtigen Erfolg. Sie bezwangen Orlando Luz und Rafael Matos zweimal im Tiebreak, 7:6 (3), 7:6 (10), und erreichten ebenfalls das Viertelfinale. Das Ergebnis war bemerkenswert, weil die Brasilianer im Sommer die Masters-Turniere in Montreal und Cincinnati gewonnen hatten.
Die beiden österreichischen Erfolge an einem Tag unterstreichen die aktuelle Breite im Doppel. Erler bestätigt sie mit einem neuen Partner auf höchstem Niveau, während Miedler und Oberleitner eine nationale Verbindung aus dem Davis Cup auf die Tour übertragen.
Für Miedler und Oberleitner ist Tokio besonders wertvoll, weil jeder weitere Sieg die Frage nach einer regelmäßigen Zusammenarbeit verstärkt. Ihr Debüt hat bereits gezeigt, dass die Chemie belastbar ist. Gegen Arribagé und Olivetti können sie nun beweisen, dass sie auch gegen eine eingespielte Spitzenpaarung trägt.
