Felix Auger-Aliassime arbeitet im letzten Abschnitt der Saison mit Ivan Ljubicic zusammen. Der Kanadier hatte sich Anfang des Jahres nach fast einem Jahrzehnt von Frédéric Fontang getrennt und verpflichtet nun einen Trainer mit Erfahrung an der Spitze der ATP-Tour.
Ljubicic erreichte als Spieler Platz drei der Weltrangliste. Später arbeitete er unter anderem mit Milos Raonic und Roger Federer. In der gemeinsamen Zeit mit Federer gewann der Schweizer drei Grand-Slam-Titel und vier Masters-1000-Turniere.
Federers Urteil über den Kroaten fällt entsprechend deutlich aus: „Er hat mir viel beigebracht und geholfen, viele Aspekte meines Spiels zu verbessern.“ Zudem bezeichnete Federer Ljubicic als hervorragenden Trainer und prägenden Einfluss auf seine Karriere.
Diese Bilanz gibt der neuen Partnerschaft Gewicht. Sie garantiert Auger-Aliassime jedoch keine Kopie von Federers später Erfolgsphase. Der 26-Jährige bringt ein eigenes Spiel, eine andere Karriereposition und konkrete Aufgaben für die letzten Turniere mit.
Die Ergebnisse zeigen Nähe und eine offene Lücke
Auger-Aliassime steht derzeit auf Rang fünf der ATP-Weltrangliste. Bei den French Open erreichte er in diesem Jahr erstmals das Viertelfinale und verlor dort unter windigen Bedingungen gegen Flavio Cobolli.
Auch in Wimbledon kam er so weit wie nie zuvor. Sein Lauf endete unter den letzten acht gegen Novak Djokovic, der den entscheidenden Tiebreak gewann. Die beiden Resultate belegen, dass Auger-Aliassime auf unterschiedlichen Belägen tief in Grand-Slam-Turniere vorstoßen kann.
Gleichzeitig fehlt ihm weiterhin ein Titel bei einem Masters-1000-Event. Genau dort kann Ljubicics Erfahrung besonders relevant werden. Der neue Trainer kennt sowohl den Übergang aus einer eigenen Topkarriere als auch die Arbeit mit Spielern, die auf höchstem Niveau kleine Unterschiede in große Ergebnisse verwandeln wollen.
Drei Turniere liefern sofortige Arbeitsfelder
Für Auger-Aliassime stehen voraussichtlich noch die Masters-Turniere in Shanghai und Paris sowie die ATP Finals an. Die Zusammenarbeit beginnt damit nicht in einer ruhigen Aufbauphase, sondern vor Veranstaltungen mit hoher sportlicher Bedeutung.
Ein sofortiger Titel wäre ein auffälliger Start, darf jedoch nicht der einzige Maßstab sein. Ebenso wichtig ist, ob Auger-Aliassime in engen Sätzen stabiler bleibt und seine guten Grand-Slam-Ansätze über mehrere große Turniere hinweg bestätigt.
Ljubicic übernimmt keinen Spieler auf der Suche nach einem grundlegenden Neubeginn. Er trifft auf die Nummer fünf der Welt, die bereits zweimal ein Major-Viertelfinale erreicht hat. Die Aufgabe besteht darin, vorhandene Qualität so zu schärfen, dass aus Nähe häufiger ein Titelkampf wird.
